Metaller haben 24-Stunden-Warnstreiks im Norden begonnen

dpa-AFX

HAMBURG/FLENSBURG (dpa-AFX) - Die IG Metall Küste hat am Mittwoch mit ganztägigen Warnstreiks in Norddeutschland begonnen. In neun Betrieben in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen legten Mitarbeiter mit der Frühschicht zwischen vier und sechs Uhr die Arbeit nieder. In Bremen hatten die Arbeiter der Firma Gestra bereits am Vorabend mit einem 24-Stunden-Warnstreik begonnen. Mecklenburg-Vorpommern war am ersten Tag der Warnstreiks noch nicht dabei.

In Flensburg versammelten sich knapp 400 Mitarbeiter der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) bei Nieselregen und Wind vor dem Haupttor der Werft zu einer Kundgebung. Sie brannten Feuerwerkskörper ab und wärmten sich mit Kaffee an einer Feuertonne. An den anderen Toren standen Posten, die kontrollierten, dass außer der Notmannschaft niemand das Gelände betritt. Es gebe aber keine Streikbrecher, sagte der FSG-Betriebsratsvorsitzende Ralf Sasse. Auch Leiharbeiter seien nicht auf dem Gelände.

Zu dem Streik sind insgesamt rund 5000 Metallarbeiter in zehn Betrieben vom Großraum Oldenburg bis Flensburg aufgerufen. "Wir rechnen damit, dass mehrere Tausend Mitarbeiter streiken werden", sagte Gewerkschaftssprecher Heiko Messerschmidt am Morgen. Bei dem Hamburger Gabelstapler-Hersteller Still kamen die Warnstreikenden zu einer größeren Kundgebung zusammen.

Mit den 24-Stunden-Warnstreiks eskaliert die IG Metall die Tarifauseinandersetzung in der Metallindustrie auf eine neue Stufe. Umstritten sind vor allem die geforderten Arbeitszeitregelungen, die den Beschäftigten eine zeitweise Verkürzung der Arbeitszeit mit einem Zuschuss der Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen sollen. Die ganztägigen Warnstreiks im Norden werden bis Freitag dauern. In den Bundesländern Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und dem nordwestlichen Niedersachsen arbeiten 140 000 Beschäftigte in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie.

"Die Kollegen erwarten eine Lösung", sagte FSG-Betriebsratschef Sasse. "Und wenn kein vernünftiges Angebot kommt, sind sie auch bereit, noch eine Schippe draufzulegen." Die IG Metall fordert neben der zeitweisen Arbeitszeitverkürzung unter anderem eine Lohnerhöhung um sechs Prozent. Meinhard Geiken, der Bezirksleiter der IG Metall Küste hatte bereits angekündigt, dass die Gewerkschaft flächendeckende Streiks vorbereitet, falls sich die Arbeitgeberseite nicht bewegen sollte. Von dort kommen allerdings Signale der Gesprächsbereitsschaft.