Metallarbeitgeber NRW: Warnstreiks sind 'enormes Ärgernis'

DÜSSELDORF (dpa-AFX) -Im Tarifstreit der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber die Warnstreiks seit dem Ende der Friedenspflicht als "unnötige Verschärfung der Tarifrunde" bezeichnet. Sie seien nicht nachvollziehbar angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage in den Unternehmen und ein "enormes Ärgernis", sagte der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie, Arndt G. Kirchhoff. Der Unternehmer ist auch Verhandlungsführer der Arbeitgeber.

Die Gewerkschaft vergebe mit der "überflüssigen Eskalation" die Chance, die Verhandlungen in sachgerechter Atmosphäre fortzuführen. "Es wäre gut, wenn die IG Metall jetzt am Verhandlungstisch statt auf der Straße Bewegung zeigt", sagte er. An diesem Donnerstag sollen die Verhandlungen in Neuss fortgesetzt werden. Es ist die vierte Verhandlungsrunde. In Bayern und Baden-Württemberg wird bereits am 8. November zum vierten Mal verhandelt. Kirchhoff forderte die Gewerkschaft zu konstruktiven Verhandlungen auf.

Die IG Metall setzte am Montag ihre Warnstreikaktionen fort. Nach Gewerkschaftsangaben legten in Nordrhein-Westfalen insgesamt 7300 Beschäftigte aus 66 Betrieben zeitweise die Arbeit nieder. Am Dienstag sind weitere Warnstreiks in 15 Städten geplant.

Die Arbeitgeber hatten in den bundesweit regional geführten Verhandlungen jeweils Einmalzahlungen von 3000 Euro und zudem bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen angeboten. Die IG Metall verlangt für einen Zeitraum von zwölf Monaten dauerhaft acht Prozent mehr Geld für die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten. In NRW sind in der Branche rund 700 000 Menschen beschäftigt.