Metall-Arbeitgeber gegen neue Regeln zur Teilzeitarbeit

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Bei den Tarifverhandlungen für bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie halten die Arbeitgeber die Arbeitszeitforderungen der IG Metall für nicht erfüllbar. "Ein Angebot zur Arbeitszeitverkürzung brauchen wir nicht zu machen, weil es ja längst einen gesetzlichen Teilzeit-Anspruch gibt", sagte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Und ein Angebot zum Lohnausgleich für eine verkürzte Arbeitszeit kann es nicht geben, weil er nicht nur ungerecht ist, sondern aus unserer Sicht auch rechtswidrig."

Das würde bedeuten, "dass zwei Beschäftigte für die gleiche Arbeit unterschiedlichen Lohn bekommen", fügte Dulger. Wer Familienangehörige betreue oder sich um Kinder kümmere, bekäme dann nach neuer Regelung einen Lohnausgleich, nach alter aber nicht. "Das ist der Kernpunkt, an dem wir uns mit der IG Metall streiten." Die Gewerkschaft habe "mit ihren qualitativen Forderungen eine Erwartungshaltung geschürt, die Kompromisse schwierig macht".

Die zweite Runde der regional geführten Tarifverhandlungen war am Montag in Berlin zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber boten in allen Tarifbezirken zwei Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung an. Die IG Metall fordert bundesweit sechs Prozent und individuelle Regelungen zur Verkürzung der Arbeitszeit mit teilweisem Lohnausgleich.

Das Arbeitgeberangebot bedeute "im Bundesdurchschnitt ungefähr 1300 Euro mehr im Jahr für jeden Beschäftigten", sagte Dulger. "Das ist ein Reallohnplus, und das liegt weit über dem, was wir als gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsfortschritt in Deutschland zu erwarten haben."