Meta-Aktie: Die verzweifelte Suche nach mehr

Virtual- und Augmented Reality Meta Aktie
Virtual- und Augmented Reality Meta Aktie

Von ihrem 52-Wochen-Hoch ist die Meta-Aktie (WKN: A1JWVX) fast drei Viertel gefallen (Stand aller Angaben: 31. Oktober 2022). Der Betreiber der sozialen Netzwerke Facebook und Instagram sowie des Nachrichtendienstes WhatsApp ist bei den Investoren so richtig in Ungnade gefallen. Die jüngsten News helfen da nur wenig.

Insgesamt erweckt Meta den Anschein eines Tech-Konzerns, dem unerwarteterweise das Wachstum verloren gegangen ist, und der nun nicht so richtig weiß, wo neues Wachstum herkommen soll. Auf dieser Mission geht das Unternehmen teils verzweifelt anmutende Schritte.

Aber es gibt auch einen Punkt, der mittlerweile wieder für die Meta-Aktie spricht.

Umsatz- und Gewinneinbußen bei der Meta-Aktie

Schon seit mehreren Quartalen kommt Meta in Sachen Wachstum nicht richtig vom Fleck. Das dritte Quartal 2022 war keine Ausnahme. Denn die Erlöse sanken im Vorjahresvergleich um 4 % auf gut 27,7 Mrd. US-Dollar. Aufgrund gleichzeitig stark gestiegener Kosten musste das Unternehmen einen herben Einbruch des operativen Gewinns um 46 % auf knapp 5,7 Mrd. US-Dollar hinnehmen. Die operative Marge lag damit bei etwas über 20 %.

Das ist zwar immer noch ein guter Wert, auf den viele andere Unternehmen neidisch wären. Doch von der Meta-Aktie sind Analysten und Anleger Besseres gewohnt.

Am Tag nach der Vorlage der Quartalszahlen brach der Aktienkurs des Facebook-Konzerns um fast ein Viertel ein. So niedrig wie heute stand die Meta-Aktie zuletzt Anfang 2016. Damals war sie einer der spannendsten Wachstumswerte, dem noch lange nicht so viele Skandale anhingen wie heute.

Warum Meta in der Sinnkrise steckt

Die Unternehmensgewinne des Tech-Unternehmens sind seit 2016 deutlich gestiegen. Umgekehrt ist die Bewertung der Meta-Aktie gefallen: Mittlerweile liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf einem einstelligen Wert. Das zeigt, wie sehr der Instagram-Mutterkonzern bei den Investoren in Ungnade gefallen ist.

Teilweise kann sich Meta den Problemen nicht entziehen. Das wichtige Werbegeschäft beispielsweise erlebt derzeit eine generelle Flaute, die auch Alphabet und Snap zu spüren bekommen haben. Hier wird es irgendwann auch wieder bessere Zeiten geben. Schwerer wiegen die hausgemachten Probleme: Instagram und vor allem Facebook sind nicht mehr so beliebt wie früher – die digitale Generation hält sich zunehmend auf TikTok auf. Den Kurzvideo-Trend hat Meta anfangs verpennt und versucht nun, mit den Reels auf Instagram wieder aufzuholen.

Vielleicht gelingt das sogar. Aber der kometenhafte Aufstieg von TikTok hat auch ein allgemeines Problem aufgezeigt: Meta scheint keinen echten Burggraben zu haben. Die Netzwerkeffekte sind kleiner, als das manche Anleger vielleicht dachten.

Kursgewinne im Metaverse?

In ferner Zukunft soll das Metaverse der nächste Wachstumstreiber für die Meta-Aktie werden. Sosehr man das Management für die langfristige Ausrichtung loben muss – derzeit ist das Projekt am Aktienmarkt einfach nicht besonders beliebt.

Im laufenden Jahr hat der Tech-Konzern bereits 9,4 Mrd. US-Dollar für die Entwicklungsarbeiten ausgegeben. Im nächsten Jahr will Meta die Ausgaben sogar noch mal erhöhen. Gleichzeitig sind der Mehrwert und die zukünftigen Einsatzbereiche nicht klar genug erkennbar. Es mangelt derzeit vielen Investoren an Fantasie, wie sich die hohen Ausgaben jemals rentieren sollen.

Der einzige Nutzen dürfte gegenwärtig sein, dass sich CEO Mark Zuckerberg in eine fiktive Welt versetzen kann, in der der Meta-Aktienkurs im laufenden Jahr nicht um 72 % abgestürzt, sondern angestiegen ist.

Kurzfristig will Meta durch eine bessere Monetarisierung der Instagram-Kurzvideos und von WhatsApp Business sowie durch eine bessere Kostendisziplin den Abwärtstrend stoppen. Ob das reichen wird, um den Appetit der Investoren auf die Meta-Aktie zu verbessern? Zumindest die günstige Bewertung könnte nun wieder den einen oder anderen Schnäppchenjäger anziehen.

Der Artikel Meta-Aktie: Die verzweifelte Suche nach mehr ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Alphabet (C-Aktien). Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A- und C-Aktien) und Meta Platforms, Inc.

Motley Fool Deutschland 2022