Gott hat einen Namen: Messi

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Lionel Messi schoss Argentinien im Alleingang zur WM nach Russland. Nach einem kleinen Karriere-Knick dreht der Floh wieder richtig auf. Nächsten Sommer steht die vielleicht wichtigste Entscheidung seines Lebens an. In Barcelona bekommt man es schon mit der Angst zu tun.

Lionel Messi spielt 2018 in Russland seine vierte WM

Die höchste Anerkennung bekam Lionel Messi am Dienstagabend ausnahmsweise nicht aus der Welt des Fußballs. U2-Sänger Bono begann ein Konzert der irischen Rockband in der argentinischen Stadt La Plata mit den Worten: “Danke Lionel Messi. Gott existiert.”

U2 hatte das Konzert extra in die späten Abendstunden verlegt, damit die Fans dort im Stadion zunächst auf Leinwänden das entscheidende WM-Quali-Spiel der Albiceleste in Ecuador sehen konnten. Und die bekamen ihren “alten” Messi zu sehen. Mit einem Hattrick schoss der 30-Jährige sein Land im Alleingang zur WM nach Russland.

Die Festspiele 2018 könnten Messis letzter großer Auftritt auf der Weltbühne des Fußballs sein. 2022 in Katar wäre er 36 Jahre alt.

“Der beste Spieler der Geschichte”

Es war einer dieser Abende in Quito, die nur er so gestalten kann. Drei Tore, eins schöner als das andere. Dabei hätte die Nummer nicht schlechter beginnen können für die Albiceleste. Ecuador ging nach 38 Sekunden in Führung. “Als Ecuador traf, wollte ich sterben. Da sind mir eine Menge Dinge durch den Kopf gegangen”, sagte Messi.

Die Kritik wäre heftig ausgefallen im Falle des Scheiterns und als Topstar und Kapitän der Mannschaft hätte die Keule in erster Linie Messi getroffen. Der Rücktritt aus der Nationalmannschaft wäre der logische Schritt gewesen.

Doch es ist anders gekommen. Weil Messi in dieser Saison wieder das leisten kann, was ihm den Ruf des “besten Spielers der Geschichte” (Argentiniens Nationalcoach Jorge Sampaoli) bei vielen Fußballfans eingebracht hat.

Nach Karriere-Knick wieder oben auf

Bis Mitte 2015 ging Messis Laufbahn nur nach oben. Es folgte ein erster Karriere-Knick. Die Titel mit dem FC Barcelona wurden in den beiden Folgejahren weniger, die Verletzungen und weniger atemberaubenden Spiele häufiger. Zwischendurch trat Messi überstürzt aus der Nationalmannschaft zurück, weil er keine Lust mehr hatte, in der Heimat ständig als Sündenbock für die durchwachsenen Leistungen des Teams verantwortlich gemacht zu werden.

Messi hat sein Tief überwunden. 13 Tore in neun Pflichtspielen für Barca, jetzt der Hattrick in Ecuador. Barca führt dank eines wiedererstarkten Messi die Tabelle in Spanien souverän an und steht auch in der Champions League nach zwei Spielen makellos da.

“Ist das der echte Messi oder ist das ein Klon? So gut war er jedenfalls schon lange nicht mehr”, schrieb die spanische Zeitung Sport Ende September.

Messi selbst verbindet sein Hoch mit einer für ihn außergewöhnlich guten Fitness. “Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut gefühlt”, sagte er. Die kleineren Muskelverletzungen, die ihn in den letzten Jahren behinderten, sind derzeit kein Thema. So kann Messi Topleistung bringen und Werbung in eigener Sache machen, wenn er das überhaupt noch nötig hat.

Vertrag bei Barca noch nicht verlängert – City klopft an

Aber er hat entgegen anderslautender Meldungen seinen Vertrag beim FC Barcelona noch nicht verlängert. Der aktuelle läuft am Saisonende aus, Stand jetzt ist Messi ab Juli 2018 ablösefrei zu haben!

Englische Medien spekulieren bereits über eine Wiedervereinigung zwischen Messi und Pep Guardiola. Manchester City soll laut Daily Mirror ein 400-Millionen-Euro-Paket schnüren, um Messi auf die Insel zu holen.

Im Juni wird Messi 31, der nächste Vertrag könnte auch sein letzter sein. Auf ewig Barca oder doch noch mal was Neues? Sein Zögern in den Verhandlungen mit den Barca-Bossen könnten ein Indiz dafür sein, dass er sich doch noch einmal verändern möchte. In der derzeitigen Verfassung würde er auch die Startruppe von ManCity noch ein großes Stück besser machen.