Messerattacke auf Soldaten in Paris endet glimpflich

Schusssichere Glasmauern zum Schutz vor Anschlägen: Am Pariser Eiffelturm hat der Bau von neuen Sicherheitsvorrichtungen begonnen. Die Arbeiten sollen bis Mai kommenden Jahres abgeschlossen sein

Eine neue Attacke auf patrouillierende Soldaten in Paris ist glimpflich verlaufen. Ein mit einem Messer bewaffneter Mann griff am frühen Freitagmorgen in einer U-Bahn-Haltestelle einen Soldaten an, konnte aber von diesem überwältigt werden, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand. Der Mann soll etwas im Zusammenhang mit "Allah" gesagt haben, die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Die Attacke ereignete sich in der U-Bahn-Haltestelle Châtelet, die unweit des Louvre-Museums und der Kathedrale Notre-Dame in der Pariser Innenstadt liegt. Der Mann griff eine Militärpatrouille der Anti-Terror-Mission "Sentinelle" (Wache) an. Der angegriffene Soldat konnte den Mann überwältigen. Der Angreifer war nicht polizeibekannt.

"Der Mann wurde überwältigt, das ist ein Beweis für die Professionalität und die Effektivität der Soldaten von 'Sentinelle' in dieser Schutzmission", sagte Verteidigungsministerin Florence Parly im Radiosender Europe 1. "Wir wissen nichts über die Absichten des Angreifers." Regierungssprecher Christophe Castaner sagte, mit den Ermittlungen sei die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft betraut worden.

Der Inlandseinsatz "Sentinelle" wurde nach den Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt in Paris im Januar 2015 ins Leben gerufen. 7000 Soldaten patrouillieren unter anderem an Bahnhöfen, Flughäfen, Touristenattraktionen, Schulen, Kirchen und Synagogen, um Anschläge zu verhindern. Im Krisenfall können bis zu 10.000 Soldaten mobilisiert werden.

Immer wieder werden die Soldaten selbst zum Ziel von Angriffen - seit Anfang 2015 bereits sieben Mal. Zuletzt raste ein Mann am 9. August mit einem Fahrzeug im nordwestlich von Paris gelegenen Levallois-Perret in eine Militärpatrouille und verletzte sechs Soldaten.

Auch wegen solcher Angriffe ist "Sentinelle" umstritten: Kritiker argumentieren, die Soldaten hätten bislang noch keinen einzigen Anschlag vereitelt, seien aber selbst zum leichten Ziel von Angreifern geworden. Erst am Donnerstag kündigte die Regierung deswegen eine Überarbeitung der Mission an. Die Soldaten sollen flexibler eingesetzt werden. Die Patrouillen sollten "unvorhersehbarer" werden, sagte Verteidigungsministerin Parly.