Messerangreifer von Turku gesteht Tötung von zwei Menschen

Messerangreifer neben seinem Anwalt im Krankenhaus

Der Messerattentäter von Turku hat am Dienstag gestanden, zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt zu haben. Wie sein Anwalt mitteilte, bestreitet der geständige Täter jedoch jegliche Mordabsicht. Das Bezirksgericht der Stadt im Südwesten Finnlands ordnete nach dem per Video aus dem Krankenhaus abgegebenen Geständnis Untersuchungshaft an. Der 18-Jährige befindet sich wegen einer Verletzung am Bein in stationärer Behandlung.

Die Polizei hatte den jungen Mann, der am vergangenen Freitag auf Frauen eingestochen hatte, mit Schüssen ins Bein gestoppt. Gegen ihn wird wegen Mordes und versuchten Mordes "mit terroristischer Absicht" ermittelt.

Nach Polizeiangaben kam der Marokkaner Anfang 2016 nach Finnland und beantragte Asyl. Medienberichten zufolge wurde der Antrag abgelehnt. Ende 2015 bis Anfang 2016 hielt sich der Mann nach Angaben des Bundesinnenministeriums in Deutschland auf. Er stellte dort aber keinen Asylantrag und wurde wegen illegalen Aufenthalts erkennungsdienstlich behandelt.

Am Dienstag ordnete das finnische Gericht für zwei weitere Marokkaner Untersuchungshaft wegen des Verdachts auf Komplizenschaft an. Sie gehörten zu insgesamt vier Marokkanern, die Stunden nach den Messerangriffen festgenommen worden waren. Der dritte Mann erschien ebenfalls vor Gericht. Der vierte Mann kam auf freien Fuß, gilt jedoch der Polizei zufolge weiter als verdächtig.

Im Juni hatte der finnische Geheimdienst Supo vor der steigenden Gefahr islamistischer Anschläge gewarnt. Aktivisten aus Finnland schlossen sich demnach der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat an und bauten ein "weit reichendes Netzwerk von Kontakten" in der Organisation auf. Der Geheimdienst erklärte, in Finnland würden rund 350 Islamisten überwacht - eine Steigerung um 80 Prozent gegenüber 2012.