Merz: Verhältnis zu China wichtigstes transatlantisches Thema

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BERLIN (dpa-AFX) - CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz sieht eine Klärung des Verhältnisses zu China als wichtigstes transatlantisches Thema in der Zusammenarbeit mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden. Die USA würden unter Biden nicht weit von der Linie des scheidenden Präsidenten Donald Trump abweichen, sagte Merz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Im Ton moderater, in der Sache genauso hart. Wir Europäer müssen uns die Frage stellen: Wo stehen wir in diesen Fragen eigentlich? Und nicht zuletzt: Was will Deutschland?"

"Ich möchte uns nie in einer Situation sehen, dass wir zwischen Amerika und China entscheiden müssen", sagte Merz. Biden hatte Anfang Dezember angekündigt, dass er die von Trump eingeführten Zusatzzölle auf Produkte aus China und andere Maßnahmen im Handelskonflikt vorerst beibehalten will. "Das ist die Zeit für wirklich große strategische Entscheidungen", sagte Merz. Der Ton zwischen Amerika und Europa werde mit Biden "wieder einigermaßen normal" werden. "Trotzdem werden Amerikaner und Europäer ihre Interessen wahrnehmen. Und die sind nicht überall deckungsgleich."

Merz war von 2009 bis 2019 Vorsitzender der Atlantik-Brücke, einem renommierten Verein zur Förderung der transatlantischen Beziehungen. Auf dem Online-Parteitag der CDU am 16. Januar kandidiert er für die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenpolitiker Norbert Röttgen wollen Parteivorsitzende werden.