Warum Merkels Wahlkampf für viele Deutsche unbefriedigend sein wird

Andreas Rinke
GettyImages 810223620 Merkel

Die Bädertour an der Nord- und Ostsee im Juli ist für CDU-Chefin

Angela Merkel

ein erster Testlauf vor der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes.

Nach vier betont entspannten Auftritten in Neuharlingersiel, Heiligenhafen, Kühlungsborn und Zingst zeigt sich eines: Merkel gibt sich zurzeit als Gegenmodell zum SPD-Wahlkampf. Während die Sozialdemokraten seit Wochen giften, die Kanzlerin entziehe sich der konkreten Debatte, gibt Merkel an der Küste bei meist schönem Wetter bewusst die Anti-Wahlkämpferin.

Im sonnigen Zingst etwa werden am Samstag an die wartenden Anhänger Hütchen mit Banderolen in Deutschlandfarben verteilt. Merkel scherzt und erzählt vor den Touristen, aber kein einziges Mal erwähnt sie den Namen einer Konkurrenzpartei bei der Wahl am 24. September. Und statt eines flammenden Plädoyers für die Union betont sie im Gegenteil die mangelnde Perfektion aller Parteien: „Da müssen Sie abwägen. Bei keinem kriegen Sie das Ganze ideal“, rät sie den Zuhörern in Neuharlingersiel.

„100-prozentig wird keine Partei Ihre Wünsche treffen“, wiederholt sie in Zingst, schon weil sie um die Zerrissenheit ihrer Partei etwa bei Themen wie der Homoehe weiß. Die Union habe den Wählern ein inhaltliches und personelles „Angebot“ gemacht. Diese sollten nun in Ruhe nachdenken, was ihnen insgesamt am besten gefalle.

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