Merkel will sich in EU für Ende von Beitrittsverhandlungen mit Türkei einsetzen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich in der EU für einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei einsetzen. Das sagte sie beim TV-Duell mit ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz, der ebenfalls ein Ende der Gespräche forderte

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich in der Europäischen Union für einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei einsetzen. Beim TV-Duell mit ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz sagte Merkel am Sonntagabend, sie werde mit ihren EU-Kollegen darüber sprechen, "ob wir hier zu einer gemeinsamen Position kommen können und diese Beitrittsverhandlungen auch beenden können".

Gegenüber dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sei "klare Kante" gefordert, fügte Merkel hinzu. Die Zahlung von EU-Vorbeitrittshilfen für die Regierung in Ankara müsse eingestellt werden. "Die Tatsache, dass die Türkei nicht Mitglied der EU werden soll, das ist auch klar", sagte sie.

Die Kanzlerin erklärte, dass die Bundesregierung auch "stärkere Reisewarnungen" für die Türkei prüfe. Außerdem müsse es "wirkliche Einschränkungen der wirtschaftlichen Kontakte" zur Türkei geben.

Zuvor hatte sich Schulz in dem TV-Duell für den Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ausgesprochen. "Ich denke, dass derjenige, der nächster Bundeskanzler sein wird, die Aufgabe hat, zum Schutz der Bundesrepublik Deutschland der Türkei zu sagen: Hier sind alle roten Linien überschritten, und deshalb kann dieses Land nicht mehr Mitglied der EU werden", sagte der SPD-Kanzlerkandidat.