Ehe für alle: Was Merkels Kurswechsel für die Union bedeutet

Merkel ist überraschend vom klaren Nein zur gleichgeschlechtlichen Ehe abgerückt.

Erst tut Michael Grosse-Brömer so, als sei nichts Wichtiges geschehen. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, im Parlamentsjargon PGF genannt, sitzt am Dienstagmorgen vor Journalisten in Berlin und betet eine Litanei von Terminen herunter, die in der letzten Sitzungswoche des Bundestages vor der Sommerpause noch anstehen. 

Eine Sensation zum Schluss

Die Kanzlerin, sagt der PGF, werde eine Regierungserklärung abgeben, die Abschlussberichte von drei Untersuchungsausschüssen (NSA, NSU, Abgas) würden vorgestellt, die Strafen für illegale Autorennen erhöht. Erst spät kommt Grosse-Brömer dann doch auf die Sensation zu sprechen. Angela Merkel ist von dem klaren Nein ihrer Partei zur „Ehe für alle“ abgerückt – und der PGF soll das jetzt erklären. 

Grosse-Brömer sagt nichts Genaues dazu, aber es ist das Bemühen zu erkennen, den Schwenk der Kanzlerin als eine Entscheidung darzustellen, die nichts mit dem Druck der SPD, der Grünen und der FDP zu tun habe. Diese Parteien haben allesamt die Einführung der „Ehe für alle“ als Bedingung für den Eintritt in eine Koalition gemacht haben - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sogar erst am vergangenen Sonntag.

Absprachen mit Seehofer

Ob Merkel tatsächlich auf den Druck reagierte oder nicht, klar ist: Das CDU-Parteipräsidium hat offenbar am Sonntagabend mehr als eine Stunde das Thema behandelt. Auch soll die Kanzlerin ihre Linie mit CSU-Chef Horst Seehofer abgesprochen haben. Am Montagabend sagt die Kanzlerin jedenfalls, sie könne...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung