Merkel verteidigt Reaktion der Nato auf Anschläge vom 11. September

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Bundeskanzlerin Merkel in Warschau (AFP/JANEK SKARZYNSKI)

Am 20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die damalige militärische Reaktion der Nato verteidigt. "Wir wussten damals, dass wir uns gegen diese terroristischen Gefahren gemeinsam wehren mussten in der Nato", sagte Merkel am Samstag bei einem Besuch in Warschau.

"Vor 20 Jahren haben wir diese erschreckenden Bilder gesehen von der Attacke auf die Vereinigten Staaten von Amerika, auf das World Trade Center, durch islamistischen Terrorismus", sagte die Kanzlerin. Zwei Jahrzehnte nach dem Beginn des internationalen Militäreinsatzes in Afghanistan sei jedoch deutlich geworden, dass "zwar der Terrorismus zum jetzigen Zeitpunkt" besiegt werden konnte, "aber dass wir nicht alle unsere Ziele erreicht haben".

Nach dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan und angesichts der Rückkehr der radikalislamischen Taliban an die Macht sei es "für uns von deutscher Seite wichtig zu sichern, was wir erreichen konnten", betonte die Kanzlerin. Dies gelte etwa für die Bildung für Mädchen, "obwohl wir wissen, dass das mit den Taliban nicht einfach wird".

Für die Bundesregierung sei es vor allem auch wichtig, "die schutzbedürftigen Bürger nach Deutschland zu bringen und ihnen Schutz zu geben", sagte Merkel. Sie fügte hinzu: "Das fühlen wir als moralische Verpflichtung."

Der britische Premierminister Boris Johnson unterstrich in einer Videobotschaft, aus heutiger Sicht könne gesagt werden, dass es den Dschihadisten nicht gelungen sei, "unseren Glauben in Freiheit und Demokratie zu erschüttern". "Sie haben es nicht geschafft, unsere Nationen zu spalten oder uns dazu zu bringen, dass wir unsere Werte aufgeben, oder dass wir in ständiger Furcht leben".

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte zu den Anschlägen des 11. September 2001: "Wir werden niemals vergessen". In einer Botschaft im Onlinedienst Twitter betonte er: "Wir werden immer für Freiheit kämpfen".

Der russische Botschafter in Washington schlug den USA vor, trotz der zahlreichen Probleme in den bilateralen Beziehungen die Kooperation im Anti-Terror-Kampf wieder aufzunehmen. "Wir sollten alle Widersprüche und Streitigkeiten zur Seite legen und zusammenarbeiten, im Interesse von Sicherheit und Wohlstand nicht nur Russlands und der USA, sondern der ganzen Menschheit", erklärte Botschafter Anatoly Antonow auf der Online-Plattform Facebook.

Russland trauere mit den Vereinigten Staaten und sei bereit, beim Thema Terrorismus den bilateralen Dialog wieder aufzunehmen, der 2018 bis 2019 unter Federführung beider Außenministerien geführt worden sei, unterstrich Antonow. Moskau sei dankbar für Informationen der USA, die 2017 und 2019 geholfen hätten, Anschläge in Sankt Petersburg zu verhindern.

ck/dja

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