Merkel: Sorge über Antisemitismus durch Flüchtlinge

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist besorgt über den wachsenden Antisemitismus durch Flüchtlinge und Menschen arabischer Herkunft in Deutschland.

Im Interview mit dem israelischen Fernsehsender Channel 10 versicherte Merkel, dass alles für die Sicherheit jüdischer Bürger getan werde. Dennoch sei der Antisemitismus noch nicht besiegt:

"Wir haben auch neue Phänomene, indem wir jetzt auch Flüchtlinge haben zum Beispiel oder Menschen arabischen Ursprungs, die nun wieder eine andere Form von Antisemitismus ins Land bringen. Aber Antisemitismus gab es leider auch schon vorher. Dass auch viele Jahrzehnte nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland kein Kindergarten, keine Schule, keine Synagoge ohne Polizeischutz sein können, das bedrückt uns."

Antisemitische Vorfälle haben in Deutschland seit 2015 zugenommen. Erst in der vergangenen Woche wurden zwei junge Männer in Berlin attackiert, die die jüdische Kopfbedeckung Kippa trugen. Einer der Täter ist nach Polizeiangaben ein Flüchtling aus Syrien.

Im Interview zeigte die Kanzlerin auch Verständnis für Israels Sorgen im Hinblick auf das Nuklearabkommen mit Iran, welches 2015 beschlossen worden ist.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, so Merkel, glaube nicht, dass das Abkommen Israel eine ausreichende Sicherheit gewährleiste.

"Wir sind der Meinung, dass es besser ist, dieses Abkommen zu haben, auch wenn es nicht perfekt ist, als kein Abkommen zu haben", erklärte die Kanzlerin.

Man werde genau überwachen, dass das Abkommen eingehalten werde. Es bestünde dennoch Sorge über Irans Raketenprogramm, weshalb sich Deutschland in Gesprächen mit Großbritannien, Frankreich und den USA befände, um darüber zu beraten, wie man in dieser Angelegenheit Fortschritte machen könne.