Merkel sieht "keine Verstöße" bei Daimler-Einstieg von Geely

Geely-Chef Li Shufu

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erkennt beim Einstieg des chinesischen Automobilproduzenten Geely bei Daimler "auf den ersten Blick keine Verstöße". Deutschland sei "offen gegenüber Handelspartnern", sagte die Kanzlerin am Dienstag in Berlin. Dennoch werde die Finanzaufsichtsbehörde Bafin den Fall prüfen, fügte sie hinzu.

Der chinesische Geely-Besitzer Li Shufu hatte für rund 7,2 Milliarden Euro einen Anteil von knapp 9,7 Prozent an Daimler gekauft. Damit will er den Autobauer nach eigenen Angaben auf dem Weg zu einem der weltweit führenden Anbieter von Elektromobilität begleiten.

Skeptischer als Merkel hatte sich zuvor Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) geäußert. "Wir müssen das besonders aufmerksam betrachten", sagte Zypries der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstagsausgabe). Wenn sich ein chinesischer Konkurrent am Stuttgarter Autokonzern beteilige, sei das erklärungsbedürftig.

Der Stuttgarter Autokonzern war Sorgen vor einem Jobabbau entgegengetreten. "Der neue Investor unterstützt unsere Strategie und das Management voll und ganz. Es sind keine Jobs gefährdet", sagte Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe).