Merkel sieht Gefahr von No-Deal-Brexit mit Johnson-Sieg gebannt

Arne Delfs

(Bloomberg) -- Nach dem eindeutigen Wahlsieg von Großbritanniens Premierminister Boris Johnson sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel die Gefahr eines ungeordneten Brexit gebannt.

Die EU habe jetzt eine “gewisse Sicherheit”, dass das Abkommen, das mit Johnson ausgehandelt wurde, “jetzt auch gilt”, sagte Merkel am Freitag zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel. “Der ungeordnete Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist im Grunde ja keine Realität mehr.”

“Professionelle Anerkennung” zollte Merkel dem britischen Premierminister dafür, dass es ihm im Wahlkampf gelungen sei, eine Vielzahl der britischen Wähler zu überzeugen. “Chapeau, muss man einfach sagen, dass ihm das gelungen ist”, sagte die Kanzlerin. In der derzeitigen Situation sei es gut, einen britischen Premierminister zu haben, “der ein starkes Mandat hat”.

Die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Königreich werden ihrer Aussage nach aber dennoch “kompliziert” werden, weil der Zeitrahmen extrem knapp ist. Mit Großbritannien werde die EU künftig einen starken Wettbewerber vor der Haustür haben, welcher der Welt zeigen wolle, “was in ihm steckt”, so Merkel. Die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien müssen nach derzeitiger Planung bis Ende 2020 beendet sein.

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