Merkel: Schrumpfen natürlicher Lebensräume ist Gefahr für Menschen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen stärkeren Schutz der natürlichen Lebensräume angemahnt und deutlich gemacht, dass dies auch im Interesse der Menschen liege. Die Lebensräume für Tiere und Pflanzen schrumpften, sagte sie am Dienstag beim Petersberger Klimadialog. "Das hat gravierende Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Und das ist dann auch für uns als Menschen wiederum eine Bedrohung."

Merkel wies auf die Erkenntnisse von Wissenschaftlern hin, dass in den vergangenen Jahrzehnten 60 Prozent aller Infektionskrankheiten von Tieren auf Menschen übertragen worden seien. "Und das ist insbesondere auf die verstärkte Nutzung bislang ungestörter Lebensräume und der damit verbundenen Nähe zu wilden Tieren zurückzuführen."

"Es führt also kein Weg vorbei, dass wir beim internationalen Schutz der Biodiversität und der Wälder vorankommen", betonte die Kanzlerin. Bis zur 15. UN-Konferenz zur Umsetzung der Biodiversitätskonvention im kommenden Jahr brauche man einen neuen Rahmen für den Schutz der Artenvielfalt.

Als eine mögliche Quelle für die aktuelle Corona-Pandemie gilt ein Wildtiermarkt in der chinesischen Stadt Wuhan. Von dieser Metropole aus verbreitete sich das Virus um die Welt.