Merkel schickt Deutschland über Ostern in harten Lockdown

Arne Delfs
·Lesedauer: 1 Min.

(Bloomberg) -- Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich angesichts dramatisch gestiegener Infektionszahlen auf eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April verständigt. In der Osterwoche vom 1. bis 5. April soll zudem eine sogenannte Ruhezeit gelten mit strengen Kontakt- und Versammlungsbeschränkungen und geschlossenen Supermärkten am 1. April.

“Wir haben das Virus noch nicht besiegen können, es lässt nicht locker”, sagte Merkel am frühen Dienstagmorgen nach mehr als 13-stündigen Verhandlungen, die wegen tiefgreifender Differenzen mehrfach unterbrochen werden mussten. Im Streit über die Urlaubszeit verließ die Kanzlerin am frühen Abend die Runde, um im kleinen Kreis mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller weiter zu beraten. Dort fiel laut Teilnehmerangaben der Entschluss für den Oster-Lockdown.

Laut Berechnungen des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft wird die Entscheidung der Bundesregierung, den Gründonnerstag am 1. April einmalig in einen “Ruhetag” umzuwandeln, wirtschaftliche Kosten von rund 7 Milliarden Euro verursachen. Die europäischen Börsen reagierten am Dienstag zu Handelsbeginn mit Kursverlusten, die sich im Tagesverlauf jedoch verringerten. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die wieder steigenden Infektionszahlen die wirtschaftliche Erholung in den Euro-Staaten verzögern könnten.

(Ergänzt um wirtschaftliche Folgen, Marktreaktionen im letzten Absatz)

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