Merkel redet mit Erdogan über "strittige" Aspekte im deutsch-türkischen Verhältnis

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Vorabend des G20-Gipfels in Hamburg auch den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan getroffen. Die Kanzlerin und der türkische Präsident kamen in einem Hotel in Hamburg zusammen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan über "strittige" Aspekte der deutsch-türkischen Beziehungen gesprochen. Das teilte ein Regierungssprecher am Donnerstagabend mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Merkel und Erdogan trafen sich am Vorabend des G20-Gipfels in einem Hotel in Hamburg.

Bei dem Treffen ging es den Angaben zufolge um die Themen des am Freitag beginnenden Gipfels der großen Industrie- und Schwellenländer. Zudem sprachen Merkel und Erdogan über "die weitere Umsetzung des EU-Türkei-Flüchtlingsabkommens sowie strittige wie kooperative Aspekte der aktuellen deutsch-türkischen Beziehungen", wie der Regierungssprecher erklärte.

Der Wunsch nach dem bilateralen Treffen war von türkischer Seite geäußert worden. Die Beziehungen zwischen der Bundesregierung und der Regierung in Ankara sind derzeit massiv belastet, unter anderem wegen der Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel in der Türkei. Berlin fordert seine Freilassung.

Zum Ärger Erdogans verweigerte die Bundesregierung ihm vor wenigen Tagen einen Redeauftritt vor Landsleuten in Deutschland am Rande des Gipfels. Der türkische Präsident forderte die Rücknahme des Verbots und kritisierte in einem "Zeit"-Interview, Deutschland begehe "Selbstmord", wenn es ihm Auftritte vor Landsleuten in Deutschland verwehre.

Der G20-Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer, zu denen auch die Türkei gehört, findet am Freitag und Samstag mit Merkel als Gastgeberin statt.