Merkel pocht auf Verantwortung der Industrieländer bei Klimaschutz

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für eine wirtschaftsverträgliche Klimapolitik ausgesprochen. Es müssten Regeln gefunden werden, "dass einerseits die Arbeitsplätze erhalten werden können und trotzdem unsere Wirtschaft Vorbildcharakter entwickelt für die Entwicklung der Weltwirtschaft", sagte Merkel in einer am Samstag im Internet veröffentlichten Videobotschaft angesichts der in Bonn tagenden Weltklimakonferenz. "Sei es durch Ordnungsrecht, sei es durch freiwillige Maßnahmen, sei es durch Anreize materieller Art". Sie fügte hinzu: "Wenn Stahlwerke, Aluminiumwerke, Kupferhütten, wenn die alle unser Land verlassen und irgendwohin gehen, wo die Umweltvorschriften nicht so gut sind, dann haben wir für das Klima auf der Welt auch nichts gewonnen."

Das Ringen um die richtige Balance zwischen dem Schutz des Klimas und dem der Wirtschaft spielt auch eine mitentscheidende Rolle bei den Sondierungsgesprächen für eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen.

Das bei der Klimakonferenz 2015 vereinbarte Ziel, den Anstieg der Temperatur auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, "wird mit dem jetzigen Zustand nicht erreicht", sagte die Kanzlerin. "Selbst wenn es in Deutschland keinerlei CO2-Emissionen mehr gebe, würde der Temperaturanstieg weltweit noch über zwei Grad liegen." Die Verantwortung dafür, "dass sich die Dinge ändern" liege vor allem bei den hoch entwickelten Industrieländern. Sie hätten die Aufgabe, "technische Innovationen zu finden und Umwelttechnologien nach vorne zu bringen".

"Wir müssen die Elektromobilität und alternative Antriebe mit Macht voranbringen", erklärte Merkel. Spielraum sieht sie auch beim Thema Gebäudedämmung. Das sei ein "schlafender Riese". "Hier werden wir wieder dafür werben, dass wir endlich auch steuerliche Anreize haben", sagte Merkel.