Merkel und Macron planen Initiative zur Künstlichen Intelligenz

Deutschland und Frankreich arbeiten an einem gemeinsamen Projekt, um mit anderen EU-Ländern die Erforschung der Künstlichen Intelligenz (KI) voranzutreiben.


„Unser Ziel ist es, aufbauend auf den national vorhandenen Strukturen ein abgestimmtes, konsolidiertes und zielgerichtetes Vorgehen auf europäischer Ebene aufzubauen“, heißt es auf Anfrage der WirtschaftsWoche aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). „Deutschland und Frankreich treiben Ideen auf europäischer Ebene gemeinsam voran.“

In welcher Form Berlin und Paris miteinander kooperieren wollten, sei noch „Gegenstand aktueller Diskussionen“. Das Thema wird aber beim Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag in Paris auf der Tagesordnung stehen. Aus Regierungskreisen heißt es, der gemeinsame Vorstoß könne sich an früheren Erfolgsprojekten wie Airbus orientieren.

Deutschland sieht sich bei Themen wie Lernende Systeme und Maschinelles Lernen im internationalen Vergleich „hervorragend aufgestellt“, so das BMBF gegenüber der WirtschaftsWoche. Mit dem Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI) verfüge Deutschland über „das größte KI-Institut der Welt, gemessen an Umsatz und Forschungspersonal“. Das DFKI ist eine wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung, die Standorte etwa in Kaiserslautern, Saarbrücken und Bremen unterhält. Lernende IT-Systeme gelten als Mega-Trend der Zukunft. In der Medizintechnik, Pflege, beim Einsatz von automatisierten Fahrzeugen und Robotern sowie in der IT-Sicherheit forschen Wissenschaftler bereits an konkreten Anwendungsfällen.