Merkel kämpft um Migrationslösung

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kämpft für ihre Vision eines europäischen Migrationskonzepts. Merkel wirbt auf ihrer Nahostreise um Unterstützung für die Länder, die massenhaft Flüchtlinge aufgenommen haben.

Schon in den Krisengebieten sollen Migranten künftig davon abgehalten werden, sich auf den Weg nach Europa zu machen:

"Wir werden nächste Woche im Rat aller 28 Mitgliedstaaten keine Lösung für alle Fragen im Zusammenhang mit der Migration finden. Deshalb wird es an diesem Wochenende darum gehen, mit den betroffenen Ländern über alle Fragen und Probleme, sowohl primärer als auch sekundärer Migration zu sprechen.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte fühlt sich von den EU-Partnern übergangen und erwartet ein Treffen ohne schriftliche Abschlusserklärung. Dazu Ryan Heath, Redakteur der Brüsseler Wochenzeitung "Politico":

"Conte möchte darauf hinweisen, dass Italien mehr politisches Engagement, mehr Finanzkapital, mehr Küstenschutz und mehr Verteidigungsressourcen für dieses Thema ausgegeben hat als jedes andere Land. Aus unseren diplomatischen Quellen wurde bekannt, dass man sehr nah an einer Einigung darüber war, wie man künftig auf gesamteuropäischer Ebene mit Migranten umgehen will.

Aber diese Papiere sind wieder in den Schränken verschwunden. So ist der Gipfel entweder ein Scheingefecht oder eine völlig unberechenbare Situation".

Die vier Visegradstaaten Ungarn, Polen, Tschechien und Slowakei wollen dem Asyl-Sondertreffen in Brüssel fernbleiben. Mittlerweile haben 16 Staaten Interesse signalisiert, sagte ein Sprecher der EU-Kommission.