Merkel hofft bei G20-Gipfel zu Corona auf internationale Abstimmung

G20-Vorsitzender Saudi-Arabien

Bei dem bevorstehenden Sondergipfel der G20-Staaten zur Corona-Krise will sich die Bundesregierung für eine weltweit koordinierte Strategie einsetzen. "Wichtig ist, dass dieses Treffen zu einer weiteren Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit im Kreise der G20 führt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Die Staats- und Regierungschefs wollen am Donnerstag auf Initiative des derzeitigen G20-Vorsitzenden Saudi-Arabien in einer Videokonferenz über die Krise beraten (13.00 bis 14.30 Uhr).

Der G20-Gruppe gehören die sieben großen Industrieländer (G7) sowie weitere große Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer aus allen Kontinenten an. Auch die EU ist Mitglied.

Seibert wollte sich noch nicht dazu äußern, ob Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von den Beratungen konkrete Beschlüsse erwarte und ob es eine gemeinsame Abschlusserklärung geben werde. Wichtig sei zunächst einmal der internationale Austausch: "Man muss sich absprechen, man muss Reaktionen abgleichen", sagte er. Es gehe dabei auch um die Frage, "wie man die Institutionen der Gesundheitsarchitektur weltweit noch weiter stärken kann".

Merkel stand am Mittwoch nach Angaben ihres Sprechers weiterhin unter freiwilliger Quarantäne, nachdem sie vergangene Woche Kontakt zu einem infizierten Arzt hatte. Die Kanzlerin werde weiteren Corona-Tests unterzogen, sagte Seibert. Sie führe derzeit "wichtige internationale Gespräche von zuhause aus".

Die G20-Runde gibt es seit 1999. Sie wurde damals als Reaktion auf die Asien-Finanzkrise zunächst auf Ebene der Finanzminister eingerichtet. Infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise wurde die Gruppe 2008 aufgewertet: Erstmals kamen nun die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer zu einem Gipfel zusammen. 2009 werteten sie die Runde der G20 zum "obersten Forum für unsere internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit" auf.

Das Neue an der Gruppe war, dass hier nicht nur die reichen und mächtigen westlichen Industriestaaten zusammensaßen, sondern dass Schwellenländer aus Lateinamerika, Asien und Afrika hinzugezogen wurden.