Merkel high-class, Macron bescheiden: So wohnten die Staatschefs beim G-20-Gipfel

Wer hart arbeitet, darf sich auch etwas gönnen. Die edelsten Hotels der Stadt waren während des G-20-Gipfels ausgebucht. (Bild: Reuters)


Der G-20-Gipfel war für die Hotelbranche in Hamburg eine Goldgrube. Alle schicken Hotels waren ausgebucht. Aber der Luxus-Standard der prominenten Staatsgäste variierte stark. Am Ende kam einer nicht – und ein anderer hat gar kein Zimmer mehr bekommen.

20 Staatenlenker und 20 Delegationen besuchten letzte Woche Hamburg. Klar, dass das die Hotelkapazitäten der Stadt strapazieren würde. Wer da zu spät buchte, ging leer aus. Zumal einer ein ganzes Hotel für sich beanspruchte – und dann nicht erschien.

Saudi-Arabiens König Salman fehlte nämlich beim G-20 – dabei hatte er das gesamte Luxus-Hotel Vier Jahreszeiten gemietet. Alle 156 Zimmer waren für seine Delegation reserviert, die auch aus eigenen Köchen und Bediensteten bestand.

Das Hotel „Vier Jahreszeiten“ gehört zu den schicksten der Stadt. Trotzdem kam König Salman nicht. (Bild: Reuters)

Andere Staatschefs waren da etwas zurückhaltender, im Vergleich zumindest. Angela Merkel zum Beispiel wohnte im Hotel Atlantic Kempinski. Sie hatte immerhin die Präsidenten-Suite gebucht, das teuerste Zimmer des Hotels. Genau genommen besteht die Suite sogar aus drei Zimmern, verteilt auf bis zu 245 Quadratmeter. 4600 Euro kostete die Suite und war damit 23 Mal so teuer wie das Zimmer, in dem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schlief. Im Hotel Mövenpick kostete sein Zimmer nur 200 Euro.

Das Hotel Atlantic Kempinski – so schick wie die Präsidenten-Suite dort sind nur wenige andere Hotelzimmer in Hamburg. (Bild: Reuters)

Ein Highlight bot das Hotel dennoch: Macrons Turmzimmer im 17. Stock ist in einem alten Wasserturm eingerichtet worden, bietet einen großartigen Blick über die Stadt und liegt direkt neben dem Messegelände, auf dem die G-20-Teilnehmer sich trafen.

In Merkels Hotel nächtigten auch Justin Trudeau, der Präsident von Kanada, und Narendra Modi aus Indien. Ihnen blieben die Deluxe Suiten. Die kosten 1800 Euro und bieten einen Blick auf die Alster.

Nur ein paar Minuten dauert es zu Fuß von den Messehallen zum Hotel Grand Élisée, in dem Xi Jinping, der Präsident Chinas, wohnte. Für 1500 Euro gab es eine Nacht in der Grand Suite. Xi war schon einige Tage vorher nach Deutschland gekommen, unter anderem, um mit Angela Merkel zusammen die Eröffnung des neuen Panda-Geheges im Zoologischen Garten Berlin zu zelebrieren.

Theresa May, Premierministerin von Großbritannien, wohnte im Le Mérien. Das Fünfsternehotel bot zwar keine Präsidenten-, dafür aber andere Luxus-Suiten mit 45 Quadratmetern. 450 Euro kostet eine Nacht in dem Hotel, in dem auch Argentiniens Präsident Mauricio Macri wohnte.

Russlands Präsident Wladimir Putin wohnte im Hotel Park Hyatt, in dem es eine Präsidenten-Suite und mehrere Residenzen gibt. Die Suite kostet rund 5000 Euro pro Nacht, aber ob es Putin war, der darin schlief, weiß man nicht – denn auch die südkoreanische und der australische Regierungschef kamen in dem Hotel unter.

In diesem Hotel schliefen gleich drei Delegationen der wichtigsten Staatschefs dieser Welt. (Bild: Reuters)

Einen hat es erwischt – Donald Trump war zu spät. Als seine Mitarbeiter ein Zimmer für ihn buchen wollten, war bereits alles ausgebucht. Deswegen wurde er im Gästehaus des Hamburger Senats untergebracht. Seine Frau Melania hatte ebenfalls Pech: Als sie am Programm der Ehefrauen der Regierungschefs teilnehmen wollte, wurde ihr das untersagt. Die Situation sei zu gefährlich, meinte die Polizei.