Merkel: Griechenland und Mazedonien sehr nah an einer Lösung des Namensstreits

Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt Mazedoniens Ministerpräsident Zoran Zaev in Berlin

Mazedonien und Griechenland sind nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) so nah an einer Lösung ihres Namensstreits wie lange nicht. "Ich würde sagen, in den letzten zehn Jahren war eine Lösung noch nie so nah wie jetzt", sagte Merkel am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mazedoniens Ministerpräsident Zoran Zaev in Berlin.

"Ich bin sehr froh und erleichtert, dass mit der Regierungs Zaev wieder Bewegung in die Gespräche gekommen ist." Deutschland werde wenn möglich helfen, bei diesem Konflikt die notwendigen Schritte zu gehen, sagte Merkel.

Innerhalb der Europäischen Union gibt es Bestrebungen, Beitrittsperspektiven für Mazedonien zu eröffnen. Bisher waren diese am Einspruch Griechenlands gescheitert.

Aus griechischer Sicht ist der Name Mazedonien Teil des Nationalerbes. Athen befürchtet, der Nachbar könnte damit Anspruch auf die gleichnamige nordgriechische Provinz erheben. In jüngster Zeit zeichnete sich allerdings eine mögliche Kompromisslösung in der Namensfrage ab.

Eine europäische Perspektive der Staaten des westlichen Balkans, "ist eine, die wir immer unterstützt haben", sagte Merkel weiter. Sie habe erstmals das Gefühl, dass beide Seiten Interesse an einer Lösung der Frage hätten.

Zaev, der seit Juni 2017 im Amt ist, sagte, es gebe "keine Alternative" zur vollständigen Mitgliedschaft seines Landes in der EU und der Nato. Mazedonien werde jetzt die dafür notwendigen Reformen umsetzen.