Einigung trotz Streit um Trump: NATO will Mazedonien aufnehmen

Die Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump, Deutschland werde total von Russland kontrolliert, überschatten das NATO-Gipfeltreffen in Brüssel. Dennoch hat es am Ende eine gemeinsame Abschlusserklärung gegeben - und die NATO hat bestätigt, sie wolle die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Mazedonien in die Verteidigungsallianz aufnehmen.

Trump sagte zuvor bei einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg:

"Deutschland - so sehe ich das - ist ein Gefangener Russlands, weil es so viel seiner Energie aus Russland bekommt. Wir sollen Deutschland beschützen, aber sie kriegen ihre Energie aus Russland. Das kann man nicht erklären."

Im englischen Wortlaut erklärte Trump: "Germany as far as I'm concerned is captive to Russia because it's getting so much of its energy from Russia. So we're supposed to protect Germany, but they're getting their energy from Russia. Explain that. And it can't be explained, you know that."

Angela Merkel verteidigte sich gegen die Anschuldigungen Trumps - auch bei einem Treffen unter vier Augen mit dem US-Präsidenten. Die deutsche Kanzlerin erklärte: "Ich möchte aus gegebenen Anlass hinzufügen, dass ich erlebt habe, auch selber, dass ein Teil Deutschlands von der Sowjetunion kontrolliert wurde. Ich bin sehr froh, dass wir heute in Freiheit vereint sind als die Bundesrepublik Deutschland und dass wir deshalb auch sagen können, dass wir unsere eigenständige Politik machen können und eigenständige Entscheidungen fällen können. Das ist sehr gut, gerade für die Menschen in den neuen Bundesländern."

Trump fordert auch von den NATO-Staaten - allen voran von Deutschland -, dass sie ihre Verteidigungsausgaben auf 2 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts erhöhen - wie 2014 beschlossen.