Merkel "entsetzt" über Messerangriff auf Bürgermeister von Altena

Altenas Bürgermeister Hollstein mit Kanzlerin Merkel

Mit Entsetzen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf den Messerangriff auf den Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Stadt Altena, Andreas Hollstein (CDU), reagiert. Sie sei "entsetzt" über die Tat, aber zugleich "sehr erleichtert", dass Hollstein schon wieder bei seiner Familie sein könne, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstagmorgen im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Der Bürgermeister der Stadt im Sauerland war nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hagen am Montagabend vor einem Imbiss von einem Mann mit einem Messer angegriffen worden. Ein Behördensprecher bestätigte auf Anfrage die Festnahme des mutmaßlichen Täters.

Die Ermittler schließen demnach einen politischen Hintergrund nicht aus. Altena war im Mai mit dem nationalen Integrationspreis für sein Engagement in der Flüchtlingspolitik ausgezeichnet worden. Die Ermittler wollen am Dienstagmittag genauer über den Fall informieren.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) machte der Angreifer bei der Tat Bemerkungen zur Flüchtlingspolitik. Dies lasse den Rückschluss zu, dass es einen politischen Hintergrund bei der Tat gebe, sagte Laschet.

Die 17.000 Einwohner zählende Stadt im Sauerland wurde bundesweit durch ihr Integrationskonzept "Vom Flüchtling zum Altenaer Mitbürger" bekannt. Teil des Konzepts war, dass Flüchtlinge in Wohnungen statt in Sammelunterkünften untergebracht werden. Altena nahm zudem auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise freiwillig mehr Menschen auf, als der Stadt zugewiesen wurden.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) schrieb auf Twitter: "Dürfen niemals akzeptieren, dass Menschen attackiert werden, nur weil sie anderen helfen." In Deutschland dürfe "kein Platz sein für Hass und Gewalt".