Merkel bereit zu Debatte über die Vertiefung der Eurozone

Merkel beim Tag der Deutschen Industrie in Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zur Debatte über eine Vertiefung der Eurozone bereit erklärt. Sie könne sich eine gemeinsame Wirtschaftsregierung vorstellen, über einen gemeinsamen Finanzminister und ein Euro-Budget könne man nachdenken, sagte sie am Dienstag auf dem Tag der Deutschen Industrie in Berlin. Voraussetzung sei, "dass man damit auch wirklich Strukturen stärkt und sinnvoll Dinge macht", sagte Merkel und reagierte damit auf Vorschläge des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

"Die wirtschaftliche Kohäsion der Mitgliedstaaten der Eurozone lässt zu wünschen übrig", sagte Merkel weiter. "Das heißt, man kann sich sehr gut - wenn man so will - eine Wirtschaftsregierung vorstellen." Diese könne dann stärker darüber nachdenken, welche Länder die besten Rezepte etwa zur Schaffung von Arbeitsplätzen haben und wie andere davon lernen könnten.

"Man kann natürlich über einen gemeinsamen Finanzminister nachdenken, wenn die Rahmenbedingungen stimmen", sagte die Bundeskanzlerin weiter. Dabei müssten "Risiken, Entscheidungsmöglichkeiten und Haftungen in einer Hand vernünftig" bleiben. Auch ein gemeinsamer Haushalt sei eine Überlegung wert.