Merkel begrüßt Ende von Spahn-Investment in Finanz-Startup

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn erwartet, dass die Menschen in Zukunft von sich aus länger arbeiten: "weil sie für sich gerne eine Aufgabe haben ? und weil die Unternehmen sie brauchen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Entscheidung von Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) begrüßt, seine umstrittene Beteiligung an einem Startup aus der Finanzbranche aufzugeben. "Das ist sicherlich ein vernünftiger Schritt", sagte Merkel am Dienstag in ihrer Sommerpressekonferenz. Ansonsten schätze sie Spahn als Präsidiumsmitglied der CDU und arbeite gerne mit ihm zusammen.

Wie zuerst das Wirtschaftsmagazin "Bilanz" berichtete, hatte Spahn vor mehr als einem Jahr 15.000 Euro in die Gründung der Pareton GmbH im baden-württembergischen Ingersheim investiert. Danach hält der CDU-Politiker 1,25 Prozent des Unternehmens, das eine günstige Bearbeitung von Steuererklärungen im Internet anbietet.

Spahn ist im Ministerium unter anderem für Fintech-Unternehmen zuständig, also Technologie-Firmen, die Finanzdienstleistungen anbieten. Sozialdemokraten und Grüne warfen dem Staatssekretär "Instinktlosigkeit" vor, da er als Fintech-Beauftragter der Bundesregierung Anteile an einer ebensolchen Firma gekauft habe.

SPD-Parlamentsgeschäftsführerin Christine Lambrecht warf Spahn am Dienstag sogar eine mögliche "Vorteilsnahme im Amt" vor. Linken-Chef Bernd Riexinger kritisierte, Spahn habe nur "den persönlichen Profit im Auge".

Vergangenen Freitag hatte Spahn das Investment in der "Bild"-Zeitung zunächst verteidigt. "Ich sehe darin kein Problem", hatte der CDU-Politiker gesagt und das Geschäftskonzept der Firma als "pfiffige Idee" gelobt. Nun sagte er der "Süddeutschen Zeitung" vom Dienstag, dass er seine umstrittene Beteiligung aufgeben werde. Sobald ein Käufer gefunden sei, werde er auch den staatlichen Zuschuss zurückzahlen, den er für das Investment bekommen habe.