Merck KGaA startet kräftige Erholung – Aktie Top-Gewinner im DAX

Marion Schlegel
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Merck KGaA besser als Bayer – DAX-Konzern erwartet starke Wachstumsimpulse

War die Aktie von Merck noch zu Wochenbeginn im Zuge der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal deutlich unter Druck geraten, kann sie sich derzeit bereits wieder kräftig erholen. Mit einem Plus von 2,7 Prozent führt der Wert die Gewinnerliste des Tages im DAX an – Continental, HeidelbergCement und E.on folgen. Aus charttechnischer Sicht wäre der Sprung über die 200-Tage-Linie ein starkes positives Signal.

Grund für die Erholung sind ermutigende Zwischenergebnisse aus einer Lungenkrebsstudie der Phase 2 zu Tepotinib. Die ausführlichen Daten sowie Resultate von anderen Studien will Merck auf dem diesjährigen Kongress der US-Onkologen (Asco) vorstellen, der vom 1. bis 5. Juni 2018 in Chicago stattfindet. Der Konzern wird dabei auch weitere Einzelheiten zu einer neuartigen Krebsimmuntherapie mit dem Prüfmedikament M7824 (TGF Beta-Trap) präsentieren. Merck sieht in den Daten aus einer laufenden Studie der frühen klinischen Phase 1 einen Beweis für das Potenzial des Testkandidaten. Merck konnte nach eigenen Angaben belegen, dass die Therapie bei Patienten mit dem fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCL) eine Antitumoraktivität des Immunsystems bewirken kann.

JPMorgan-Analyst Richard Vosser kommentierte am Donnerstag: Er rechne mit einer positiven Marktreaktion auf die vorgelegten Daten zum Immunonkologie-Mittel TGF-beta. Allerdings sei es keinesfalls sicher, dass das Mittel Keytruda des Wettbewerbers Merck & Co in einer Phase-3-Studie geschlagen werden könne.

Auf den Kurs hatten zu Wochenbeginn das Ergebnis für das erste Quartal sowie der Ausblick auf das Gesamtjahr gedrückt. Hier machte dem Darmstädter Konzern der starke Euro zunehmend zu schaffen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis musste der Pharma- und Spezialchemieunternehmen einen Rückgang verkraften. Zudem belasteten Marktanteilsverluste bei Flüssigkristallen. Für das Gesamtjahr bleibt das Management um Konzernchef Stefan Oschmann vorsichtig und rechnet nun mit noch negativeren Auswirkungen der Euro-Stärke.

Im Pharmasektor favorisiert DER AKTIONÄR derzeit andere Werte wie Roche oder Astrazeneca.