Mercedes steckt 40 Mrd Euro in neue Ära der Elektromobilität

·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Mercedes-Benz will 40 Milliarden Euro investieren, um den Umbruch hin zur Elektromobilität zu bewältigen. Ihre Position als weltweit führender Hersteller von Luxusautos wollen die Stuttgarter trotz des Branchenumbruchs verteidigen.

Drei neue Plattformen für Elektroauto sollen bis 2025 entstehen und acht weitere Batteriefabriken zusammen mit Partnern, sagte die Daimler AG heute anlässlich ihres Strategietags. Die höhere Kaufkraft der Kunden im Luxussegment bedeutet, dass sich der Umbruch hier schneller vollzieht als im Massenmarkt, so das Unternehmen.

Der Wandel hin zu elektrisch betriebenen Autos nimmt vor allem im Luxussegment Fahrt auf, sagte der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius in einer Erklärung vor dem Strategietag des Unternehmens am Donnerstag.

“Der Wendepunkt rückt näher und wir werden bereit sein, wenn die Märkte auf rein elektrische Autos umstellen”, sagte Källenius. “Dieser Schritt ist eine weitreichende Reallokation von Kapital.”

Der Traditionshersteller hatte jahrelang Kritik einstecken müssen, zu spät mit der Einführung rein batteriebetriebener Autos begonnen zu haben. Anfang des Jahres kam jedoch der EQS, die elektrische Version des Flaggschiffs S-Klasse. Analysten und Autokritiker lobten die luxuriöse Anmutung und die wettbewerbsfähige Modellpalette, die es mit dem Angebot von Tesla Inc. aufnehmen kann.

Mercedes will im nächsten Jahr acht vollelektrische Autos auf drei Kontinenten einführen. Neben dem EQS kommt der kompakte EQA und im September soll auf dem Münchner Autosalon die elektrische Version der E-Klasse vorgestellt werden, einer der Bestseller im Konzern.

Mercedes geht davon aus, dass Plug-in-Hybride und vollelektrische Autos bis 2030 mehr als die Hälfte des weltweiten Pkw-Absatzes ausmachen werden. Bis 2039 soll die Neuwagenflotte klimaneutral und - wo die Rahmenbedingungen es zulassen - komplett elektrisch sein. Ein konkretes Datum für den Abschied vom Verbrennungsmotor nennt Daimler weiterhin nicht.

Die heute präsentierten Pläne sehen weiterhin vor:

Einführung von neuen Plattformen nur für E-Autos bis 2025:MB.EA für mittelgroße und große FahrzeugeAMG.EA für Performance-FahrzeugeVAN.EA für leichte NutzfahrzeugeWeitere Partnerschaften im Batteriebereich in Asien und Europa, um bis 2030 für 200 Gigawattstunden an Zellkapazität bis 2030Das Angebot an Ladeinfrastruktur ausweiten mit Partnern wie Shell

Daimler bestätigte am Mittwoch, dass Mercedes dieses Jahr voraussichtlich profitabler sein wird als in vielen Jahren zuvor dank starker Nachfrage und dem Absatz vieler margenstarker Modelle, deren Herstellung das Haus angesichts knapper Halbleiter priorisiert.

Die jährliche Umsatzrendite für die Pkw- und Transportersparte soll zwischen 10% und 12% liegen, und das trotz der hohen Investitionen in Elektrofahrzeuge und andere Zukunftstechnologien.

Kurzfristig sieht sich Mercedes jedoch zunächst steigenden Rohstoffpreisen ausgesetzt.

Der Strategietag dürfte der letzte sein für das Unternehmen in seiner heutigen Form: Die Lkw-Sparte soll bis Jahresende abgespalten werden. Das passiert unter anderem, weil die Elektrifizierung unterschiedlich verlaufen dürfte - bei Pkw über Batterien, bei Nutzfahrzeugen mit einer größeren Rolle für Wasserstoff-Brennstoffzellen.

“Wir sehen Daimler als Kauf vor der Abspaltung der Lkw zum Jahresende”, so Tom Narayan, ein Analyst von RBC Capital Markets am Donnerstag in einem Bericht. “Nach unserer Berechnung bekommt man das Autogeschäft im Grunde umsonst.”

Überschrift des Artikels im Original:Mercedes Vows to Be Ready for Car Markets Going Electric-Only

(Ergänzt durchgängig um neue Informationen)

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