Mercedes-Junior Günther: Erst Formel-3-Titel, dann DTM?

Mercedes-Junior Maximilian Günther testet am Lausitzring einen DTM-Mercedes


Am Wochenende steigt in Hockenheim (13. bis 15. Oktober) nicht nur das DTM-Finale 2017, wo der DTM-Champion 2017 ermittelt wird. Auch in der Nachwuchsserie Formel 3, die im Rahmenprogramm des Deutschen Tourenwagen Masters startet, fällt die Entscheidung um die Meisterschaft. Während in der DTM sich noch sechs Piloten Hoffnungen auf den Gewinn des Titels machen können, gibt es in der Formel 3 ein Duell im Meisterschaftskampf, in dem ein Deutscher mitmischt.

Mercedes-Junior Maximilian Günther ist mit einem Rückstand von 72 Punkten dem Spitzenreiter Lando Norris auf den Fersen. Um den Titel auf der Zielgeraden in Hockenheim zu holen, müsste Günther allerdings alle drei Rennen gewinnen und der Brite dürfte am gesamten Wochenende maximal zwei Punkte einfahren. Ein schwieriges und fast unmögliches Unterfangen für den 20-jährigen Deutschen, denn Norris gewann in der laufenden Saison schon neun Rennen.

Die Formel-3-Regularien besagen, dass der Formel-3-Champion kein weiteres Jahr in der Nachwuchsserie starten darf. Entweder Norris oder Günther muss sich für die neue Saison nach einem anderen Spielplatz umsehen. Für Günther geht es nach dem Formel-3-Finale, unabhängig vom Ausgang der Meisterschaft, zunächst zum DTM-Test in die Lausitz.

Vom Testfahrer zum DTM-Stammpilot?

Der Mercedes-Junior, der in der laufenden Saison schon im DTM-Taxi von Mercedes Gäste um die Strecke kutschiert hat, ist seit Anfang 2017 offizieller Test- und Ersatzpilot der Stuttgarter und durfte bereits im vergangenen Jahr beim Young-Driver-Test im spanischen Jerez Erfahrungen im DTM-Auto sammeln.

"Maxi wurde auf eine Zukunft in der Mercedes-Motorsport-Familie vorbereitet. Die DTM ist eine Möglichkeit für ihn", sagt Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz. "Aber ich denke, er soll sich zunächst auf den Gewinn der Formel-3-Meisterschaft konzentrieren. Und danach werden wir sehen, wohin es für ihn geht", lässt er die Pläne für seinen Schützling offen.

Günther wäre ein Kandidat für ein Mercedes-Cockpit. Doch im Hinblick auf den Mercedes-Ausstieg aus der DTM nach der Saison 2018 ist es unrealistisch, den 20-Jährigen für ein Jahr in die DTM zu holen. Es sei denn, einer der aktuellen Mercedes-Piloten entscheidet sich für einen Wechsel zur Konkurrenz oder in eine andere Rennserie.

Wird 2018 ein Platz bei Mercedes frei?

Paul di Resta gilt als heißer Anwärter für ein Cockpit bei Williams in der Formel 1. Durch eine Rückkehr des Schotten in die Königsklasse wäre bei Mercedes ein Platz frei. Auch Lucas Auer könnte im nächsten Jahr in der Formel 1 unterwegs sein und als Ersatzfahrer bei Force India anheuern. Bleiben alle sechs Fahrer der Saison 2017 an Bord, werden die Stuttgarter ihre vorerst letzte DTM-Saison wohl mit ihnen bestreiten und keine Änderungen am Fahrerkader vornehmen.

Rund eineinhalb Wochen nach dem DTM-Finale wird Günther am Lausitzring im Mercedes testen, wie die Stuttgarter auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com' bestätigen. Die weiteren Fahrer stehen derzeit noch nicht fest. Auch Audi und BMW nehmen an den Youngster-Testfahrten Lausitz teil, doch wer für die Bayern fahren darf, ist derzeit nicht bekannt.

Bei den Münchnern könnte Beitske Visser zum Einsatz kommen. Die Rennfahrerin aus den Niederlanden gehört zum BMW-Nachwuchskader und war am Red-Bull-Ring als DTM-Taxifahrerin für BMW unterwegs. "Ich hoffe, dass ich eines Tages in der DTM fahren kann", so der Wunsch der 22-Jährigen.

Landsmann Nyck de Vries könnte für Audi testen. Der Niederländer reiste in diesem Jahr mit den Ingolstädtern nach Moskau, um notfalls für den verletzten Mike Rockenfeller, der sich bei seinem Crash mit Gary Paffett am Norisring den Mittelfuß gebrochen hatte, einzuspringen. Bei Audi ist man vom Talent und der Performance beim letztjährigen Nachwuchstest des aktuellen Formel-2-Piloten beeindruckt. "Er ist ein gut ausgebildeter Rennfahrer und arbeitet sehr professionell, das haben wir im Rennsimulator gesehen. Ich denke, dass wir ein Auge auf ihn haben sollten", sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass.

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