Mercedes Benz Arena: Elton John in Berlin zwischen Paradiesvogel und Queen Mum

Elton John beherrscht imer noch die ganze Klaviatur der Rockmusik

Ein Platzregen geht nieder über Berlin, spannt für ein paar Minuten einen Regenbogen über die Mercedes Benz Arena. Das hätte sich das Tourmanagement von Elton John nicht besser ausdenken können. Wären Regenbögen nicht doch einen Tick zu abgeschmackt, wären sie vermutlich Elton Johns Lieblingssymbol: ausladend, schillernd, dabei nicht ganz greifbar, und: ausgesprochen schwul. Denn Sir Elton Hercules John ist seit seinem stückweisen Coming Out einer der bekanntesten, offen schwulen Künstler – man kann es nicht anders sagen – der Welt.

Und die Menschen lieben ihn. Wie gut. Interessanterweise vor allem die Damen, was sich an diesem Abend mit Blick in die mit knapp 12.000 Menschen fast ausverkaufte Mehrzweckhalle zeigt. Der Altersschnitt liegt klar bei 50 plus, mit deutlichen Ausreißern nach unten. Auch 10jährige wurden auf den Schultern ihrer Eltern beim Mitsingen ertappt. Sir Elton selbst wurde in diesem Frühjahr 70. Schwer zu glauben, wenn man ihn über zwei Stunden lang auf der Bühne erlebt hat.

Schlag 19 Uhr 36 betritt er die Bühne, im langen, glitzerbesetztem lila Frack, unpassend-passenden roten Schuhen und einer Schmetterlingssonnenbrille, wie sie Brigitte Bardot nicht schöner tragen könnte. Auch wenn er, anders als in den wilden 70er Jahren, nicht mehr mit Federboa und Plateausohlen auftritt, kriegt Sir Elton mühelos eine Mischung aus Selbstironie und Pathos, aus Paradiesvogel und Queen Mum hin, die von ganz konsensfähig zu sein scheint.

Seine Band, fast durchgehend ebenfalls...

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