Mercedes-Benz wird Anteilseigner bei Batteriezellenhersteller ACC

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Mercedes-Veranstaltung bei der IAA (AFP/Tobias SCHWARZ)

Nicht weniger als ein "neuer Batterie-Champion in Europa" soll es werden: Der Premiumautobauer Mercedes-Benz steigt bei dem Batteriezellenhersteller ACC ein. Mercedes-Benz werde gemeinsam mit dem französischen Autobauer Stellantis und dem französischen Ölkonzern TotalEnergies "gleichberechtigter Anteilseigner" an dem Joint Venture, teilte der Autobauer am Freitag in Stuttgart mit. Von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kam Zuspruch.

Hintergrund ist die Elektrifizierung von Mercedes-Benz. Die Daimler-Marke strebt bis zum Ende des Jahrzehnts eine vollständige Elektrifizierung ihrer Modelle überall dort an, wo es die Marktbedingungen zulassen. Dafür benötigt der Autobauer nach eigener Darstellung Batterie-Kapazitäten von insgesamt mehr als 200 Gigawattstunden.

Mit der Beteiligung von einem Drittel an ACC erhält Mercedes auch zwei der sechs Sitze im Aufsichtsrat. Die Investitionen von Mercedes belaufen sich insgesamt auf "unter eine Milliarde Euro". Im kommenden Jahr will das Unternehmen einen "mittleren dreistelligen Millionenbetrag" investieren. Die Transaktion unterliegt noch den behördlichen Genehmigungen.

Schon ab Mitte des laufenden Jahrzehnts werde ACC Mercedes mit "leistungsfähigen Batteriezellen und -modulen aus seinen Produktionsstandorten in Deutschland und Frankreich beliefern", erklärte das Unternehmen. Der Batteriezellenhersteller, bislang ein Joint Venture von Stellantis und dem Total-Tochterunternehmen Saft, prüft demnach den Ausbau seines Produktionsnetzwerks um weitere Standorte in Europa. Bislang ist die Produktion an den Standorten Kaiserslautern und Douvrin in Nordfrankreich geplant.

"Durch die Partnerschaft sichern wir uns die Lieferumfänge, nutzen Skaleneffekte und können unseren Kundinnen und Kunden überlegene Batterietechnologie bieten", erklärte Daimler-Chef Ola Källenius. ACC-Chef Yann Vincent erklärte zum Einstieg von Mercedes, dies sei ein "wichtiger Meilenstein" für das 2020 gegründete Konsortium. Das Vertrauen des Autobauers stärke das Geschäftspotenzial von ACC "deutlich".

Altmaier begrüßte den Schritt: Die deutsch-französische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Batteriezellenfertigung habe das Potenzial, "dass hieraus ein neuer Batterie-Champion in Europa entsteht", erklärte er. Batteriezellen seien eine Zukunftstechnologie. Gemeinsam mit weiteren Projekten, etwa des US-Autobauers Tesla, könne Deutschland zu einem "Schwerpunkt der weltweiten Batterieproduktion werden".

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sprach von einer "wichtigen strategischen Entscheidung" von Mercedes. Damit schaffe es das Unternehmen, in der Produktion der wichtigsten Komponente des Elektroautos "Fuß zu fassen".

ACC will demnach eine "Gegenmacht" zu Südkorea und China bilden, wo heute noch Expertise und Fabriken angesiedelt sind. Jedoch: "Vor dem Jahr 2023 wird wohl keine Zelle aus der geplanten ersten Zellfabrik von ACC im französischen Douvrin das Werk verlassen", erwartet Dudenhöffer. Der Beginn der Zellfabrikation in Kaiserslautern sei für 2025 vorgesehen. "Die Zeitleiste ist eng."

hcy/ilo

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