Mercedes AAVision im Januar 1996: Studie der M-Klasse

de.info@motor1.com (Stefan Leichsenring)
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Mercedes AAVision (1996)
Mercedes AAVision (1996)

Vor 25 Jahren zeigte die Stern-Marke ihr erstes SUV

Vor 25 Jahren, im Januar 1996, zeigte Mercedes mit dem AAVision eine Studie seines ersten SUV-Modells. Auf der Detroit Motor Show (NAIAS) zeigen die Stuttgarter damit die Richtung, die ein gutes Jahr später die M-Klasse einschlagen wird. Seit Herbst 2015 heißt die Modellfamilie GLE. Wir blicken zurück.

Als der AAVision präsentiert wird, befindet sich Mercedes-Benz mitten in einer Produktoffensive. Dazu gehören die A-Klasse (W 168, 1997) und der kompakte Roadster SLK (R 170, 1996). Mit der G-Klasse hat man zwar schon seit 1979 einen echten Offroader im Angebot. Doch Anfang der 90er-Jahre erkennt die Marke ein Potenzial für ein komfortableres, sportlicheres Auto mit mehr Nähe zum Pkw.

1993 werden die Eckpunkte des Fahrzeugkonzepts festgeschrieben und drei Jahre später steht die Studie AAVision in Detroit. Der Name steht für All Activity Vehicles ein Phantasiename für ein neues Segment. Durchgesetzt hat sich allerdings der Ausdruck Sport Utility Vehicles mit Fahrzeugen wie dem Toyota RAV4, dem Land Rover Freelander (dem Vorläufer des Discovery Sport) und der M-Klasse.

Mercedes AAVision (1996)
Mercedes AAVision (1996)

Bei der Europapremiere des AAVision auf dem Genfer Auto-Salon 1997 wird die neue Fahrzeugbezeichnung M-Klasse verraten. Im Mai 1997 wird dann das Serienfahrzeug W 163 präsentiert. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern bietet das Auto Einzelradaufhängung vorne und hinten.

Der permanente Allradantrieb verzichtet auf konventionelle Differentialsperren wie sie die G-Klasse besitzt und setzt stattdessen auf das elektronische Traktionssystem ETS: Wenn ein Rad durchdreht, bremst ETS dieses Rad ab, wodurch das Antriebsmoment an den Rädern mit guter Haftung steigt.

Gebaut wird die M-Klasse im neuen Werk in Tuscaloosa (Alabama). Es ist das erste Pkw-Produktionswerk der Marke außerhalb Deutschlands und der erste Produktionsstandort in den USA. Die Produktion – zunächst ausschließlich der ML 320 – läuft im Februar 1997 an. Später reicht die Palette bis zum ML 55 AMG mit 347 PS. Von 1999 bis 2002 wird der W 163 zusätzlich auch in Graz bei der Steyr-Daimler-Puch AG gebaut – an dem Ort, wo seit jeher die G-Klasse entsteht.

Mehr SUVs der Vergangenheit:

Der Standort Tuscaloosa wird im Lauf der Zeit immer weiter ausgebaut. Heute produziert das Werk die Modelle GLE, GLE Coupé und GLS für den Weltmarkt sowie die C-Klasse Limousine für Nordamerika. Seit dem Start der Produktion wurden in Tuscaloosa über 3,2 Millionen Fahrzeuge produziert. Mit diesem Werk ist Mercedes-Benz U.S. International (MBUSI) der zweitgrößte Automobilexporteur in den USA.