Menschenrechtsinstitut: Corona-Krise verschlimmert Lage für Obdachlose

Obdachloser in Rom

Für Obdachlose in Deutschland hat sich die Situation durch die Corona-Pandemie nach Ansicht von Menschenrechtsexperten verschlimmert. Sie könnten sich nicht in die eigenen vier Wände zurückziehen und lebten in Notunterkünften oft mit vielen Menschen auf engstem Raum, erklärte das Deutsche Institut für Menschenrechte am Donnerstag. "Sie haben oftmals nur unzureichenden Zugang zu Duschen oder Toiletten, ihr Zugang zum Gesundheitssystem ist - oftmals bei schlechter Gesundheit - kaum gegeben."

Zum Schutz vor Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus müssten zusätzliche Wohnmöglichkeiten für Obdachlose geschaffen werden, verlangte das Institut. Auch müssten über entsprechende Anlaufstellen Zugang zu gesundheitlicher Versorgung bekommen.

"Angesichts der neuen Restriktionen wie den Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum" müsse außerdem dafür gesorgt werden, "dass auf der Straße in Gemeinschaft lebende Menschen nicht wegen ihres Status als Wohnungslose bestraft werden", mahnte das Menschenrechtsinstitut weiter.

Die Experten begrüßten ausdrücklich die Initiative der Bundesregierung, Mieter in der Krise besser vor Kündigungen zu schützen. Denn es sei "entscheidend, dass nicht noch mehr Menschen wohnungslos werden".

Das Institut forderte daher auch eine Aussetzung aller Zwangsräumungen während der Pandemie. Hierzu gibt es bislang keine flächendeckende Regelung, sondern lediglich regionale Initiativen, etwa in Hamburg.