Menschenrechtsgruppen fordern bei G20-Gegengipfel Druck auf Saudi-Arabien

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Bilder inhaftierter Aktivisten aus Saudi-Arabien auf dem Louvre
Bilder inhaftierter Aktivisten aus Saudi-Arabien auf dem Louvre

Menschenrechtsaktivisten und Angehörige von in Saudi-Arabien Inhaftierten haben angesichts des G20-Gipfels in Riad mehr Druck auf die Regierung des Landes gefordert. "Unsere Angehörigen sind in Gefahr. Ihre Stimmen werden helfen, für ihre Sicherheit zu garantieren", sagte Aridsch al-Sadhan, die Schwester des inhaftierten Abdulrahman al-Sadhan, am Freitag bei einem Gegengipfel. Beim G-20 Gipfel treffen sich am Samstag und Sonntag Vertreter der führenden Industrienationen und weiterer Staaten per Videokonferenz unter dem Vorsitz von Riad.

Abdulrahman al-Sadhan war nach Angaben seiner Familie im Büro der Hilfsorganisation Roter Halbmond in Riad verhaftet worden, nachdem er von einem anonymen Twitter-Konto Nachrichten zu Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit verbreitet hatte. Seine Schwester lebt in Kalifornien und bekommt nach eigenen Angaben Drohbotschaften, seit sie öffentlich über ihren inhaftierten Bruder spricht.

Bei dem Gegengipfel sprach auch die Schwester der bekannten Frauenrechtsaktivistin Ludschain al-Hathlul, die wegen ihres Protests gegen das mittlerweile aufgehobene Fahrverbot für Frauen in Saudi-Arabien im Gefängnis sitzt und sich seit dem 26. Oktober im Hungerstreik befindet. "Schon ein Wort über politische Gefangene - ihre Namen zu sagen und sicherzustellen, dass sie nicht vergessen werden - kann sie retten", sagte die Schwester Lina al-Hathlul.

Am G-20-Gipfel nimmt auch die US-Regierung des scheidenden Präsidenten Donald Trump teil, der gute Beziehungen zu Saudi-Arabiens mächtigem Kronprinz Mohammed bin Salman unterhält. Trump ließ Saudi-Arabien auch nach der Ermordung des regierungskritischen saudiarabischen Journalisten Jamal Kashoggi in der Türkei durch ein saudiarabisches Kommando im Oktober 2018 nicht fallen.

Wenige Stunden nach dem Online-Gipfel soll zudem US-Außenminister Mike Pompeo persönlich zu einem Besuch in Saudi-Arabien eintreffen. Dutzende Abgeordnete der US-Demokraten hatten zuvor gefordert, die Trump-Regierung solle den Gipfel boykottieren. Er sei Teil einer Kampagne, mit der sich die Regierung in Riad ein besseres Image geben will, ohne echte Reformen anzugehen.

fwe/gt