Menschenrechtsgericht erklärt Beschwerde Krombachs für unzulässig

Der wegen des Todes seiner Stieftochter Kalinka in Frankreich inhaftierte Deutsche Dieter Krombach bleibt vorerst im Gefängnis: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg erklärte seine Beschwerde gegen die Verurteilung in Frankreich am Donnerstag für unzulässig. Das Recht, nicht zwei Mal wegen derselben Tat verurteilt zu werden, gelte nur in einem Staat. In einem anderen Land könne es durchaus ein gegensätzliches Urteil geben, erklärte das Gericht.

Der frühere Arzt war im Dezember 2012 in einem Berufungsverfahren in Frankreich wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht machte Krombach für den Tod seiner 14-jährigen französischen Stieftochter Kalinka Bamberski verantwortlich, die 1982 leblos in seinem Haus in Lindau am Bodensee aufgefunden wurde. Die deutsche Justiz hatte die Ermittlungen gegen Krombach mangels Beweisen eingestellt.

Kalinkas Vater André Bamberski entführte Krombach deswegen nach Frankreich, um ihn dort vor Gericht stellen zu lassen. Der Fall sorgte jahrzehntelang für Schlagzeilen in Deutschland und Frankreich.