Menschenrechtsaktivist: In der Türkei inhaftiert: Bangen um Peter Steudtner

Täglich um 18 Uhr ist die Gethsemanekirche geöffnet zum Gebet für Peter Steudtner: Gebet mit Pfarrer Tobias Kuske

Als sich die Gläubigen im Halbdunkel der Gethsemanekirche erheben, sich im Durchgang zwischen den Holzbänken aufreihen, um einer nach dem anderen ein Teelicht bei Pfarrer Tobias Kuske zu entzünden und vor dem Altar niederzulegen, erfüllt ein Klavierstück in Moll den Saal. Jeden Tag kommen in der Kirche in Prenzlauer Berg um 18 Uhr Menschen zusammen, um zu beten. Wofür, das steht in roten Lettern auf einem Transparent über dem Kirchenportal: "Freiheit für die zu Unrecht Inhaftierten in der Türkei!" "Mit dieser Bitte, Gott, liegen wir dir in den Ohren und werden nicht aufhören", sagt Probst Christian Sträblein zum Abschluss des Fürbittengebets am Montag. Als das Mollstück verstummt, leuchten an die 150 Kerzen in der Kirche.

Seit mehr als drei Monaten sitzt Peter Steudtner, Menschenrechtsaktivist, Vater, Fotograf, aktives Gemeindemitlied in der Gethsemanekirche, 1750 Kilometer südöstlich von hier in einem Hochsicherheitsgefängnis.

Eine glaubhafte Begründung dafür konnte die türkische Staatsanwaltschaft bislang nicht liefern. Dafür kündigte sie am Sonntag an: sie will bis zu 15 Jahren Haft für Steudtner fordern. Die Staatsanwaltschaft hatte am Sonntag die Anklageschrift gegen den Berliner und elf weitere Menschenrechtler vorgelegt. Anwalt Murat Boduroglu sagt, ihnen drohten bis zu zehn Jahre Haft.

Steudtner-Anwalt will das Hauptverfahren abwenden

Der Vorwurf: Unterstützung und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation. "Die Anklageschrift enthält nur Behauptungen und absurde Anschul...

Lesen Sie hier weiter!