Menschenhändler sollen Frauen mit Geisterglauben zu Prostitution gezwungen haben

Eine Mutter ist in Bremen beim Einparken mit ihrem Auto durch die Fensterfront einer Kita in einen Gruppenraum gefahren. Wie die Polizei in der Hansestadt mitteilte, gab es keine Verletzten. Demnach war der Raum leer

Zwangsprostitution mit Geisterglauben: Ein nigerianisches Paar hat Frauen aus Afrika für sexuelle Dienste in das Ruhrgebiet geschleust und mit dem in ihrer Heimat weit verbreiteten Glauben an böse übernatürliche Kräfte unter Druck gesetzt, wie die Polizei in Oberhausen am Donnerstag mitteilte.

Demnach wurden die 32-jährige Frau und ihr 25-jähriger Komplize bereits am Mittwoch gemeinsam mit vier weiteren Verdächtigen bei einer Razzia in mehreren Objekten in Dortmund, Essen und Mülheim festgenommen. Am Donnerstag erließ ein Richter Haftbefehl gegen das Paar, dem organisierter Menschenhandel zur Last gelegt wird.

Die beiden sollen gezielt Frauen in Afrika angeworben und über Italien nach Nordrhein-Westfalen gebracht haben, wo sie ihre Opfer unter Druck setzten und zur Prostitution zwangen. "Dabei bedienten sie sich auch des in Afrika weit verbreiteten Glaubens an Geister und Hexerei", teilten die Ermittler in Oberhausen mit.

Spezialisten aus dem Kommissariat zur Bekämpfung organisierter Kriminalität hatten vor der Razzia demnach monatelang Beweise gegen die Frau und den Mann gesammelt. Weitere Einzelheiten nannten sie aus "ermittlungstechnischen Gründen" zunächst nicht.

Zwei ebenfalls am Mittwoch Festgenommenen wird vorgeworfen, an den Taten beteiligt gewesen zu sein. Es handelt sich um eine 41-Jährige und einen 23-Jährigen, die auch aus Nigeria stammen. Zudem wurden bei der Aktion zwei Nigerianer im Alter von 19 und 26 wegen Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz festgenommen.