Melsungen entlässt Trainer Roth

Michael Roth ist nicht mehr Trainer der MT Melsungen

Handball-Bundesligist MT Melsungen hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem langjährigen Trainer Michael Roth getrennt.

Das teilte der Verein am Freitag mit. Der 56-Jährige habe es zuletzt nach Einschätzung der Klubführung nicht mehr geschafft, "die Mannschaft trotz hochkarätiger Verstärkungen weiterzuentwickeln" und werde daher freigestellt. Roths Nachfolger wird der im Januar als Co-Trainer verpflichtete Heiko Grimm.

Roth hatte den Trainerposten in Melsungen im Oktober 2010 übernommen, seit dem Aufstieg des Klubs 1992 in die zweite Bundesliga ist er damit der Trainer mit dem längsten Engagement bei den Nordhessen. In seine Amtszeit fallen unter anderem zwei Final-Four-Teilnahmen im DHB-Pokal und zwei Viertelfinals im EHF-Cup. Der vierte Rang in der Handball-Bundesliga im Jahr 2016 war zudem das beste Ergebnis der Melsunger in der fast 100-jährigen Vereinsgeschichte.

Aufsichtsrat erklärt Roth-Entlassung

"Diese sportlichen Erfolge werden untrennbar mit dem Namen Michael Roth verbunden bleiben", sagte die Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke. Roth habe zudem "nachhaltig wirkende Impulse im Umfeld des Vereins" gesetzt und geholfen, den Klub weiterzuentwickeln: "Dafür sind wir ihm dankbar. Aber die letzten Monate haben gezeigt, dass er unsere Mannschaft nicht mehr in dem Maße weiterentwickeln konnte, wie sich das alle Beteiligten, er selbst eingeschlossen, erhofft und vorgenommen hatten."


Auch durch die prominenten Neuverpflichtungen zu Saisonbeginn waren die Erwartungen im Umfeld gestiegen, unter anderem wechselten die Europameister Julius Kühn, Finn Lemke und Tobias Reichmann nach Melsungen. Derzeit steht das Team auf dem siebten Platz der Bundesliga.

MT-Vorstand Axel Geerken räumte ein, "dass die Mannschaft durch die ständigen verletzungsbedingten Ausfälle und durch die Schwankungen von Leistungsträgern immer wieder zurückgeworfen wurde und sich deshalb kaum stabilisieren konnte. Trotzdem hätten wir aussichtsreiche Spiele nicht verlieren müssen. Das war nicht immer erklärbar."