"Wir melden uns vom Abgrund": Neues aus dem Abstiegskampf

"Wir melden uns vom Abgrund": Neues aus dem Abstiegskampf

FSV MAINZ 05 (14. Tabellenplatz/32 Spiele/35:49 Tore/33 Punkte):
Beim FSV herrschte am Donnerstag offenkundig gute Laune. Vor allem Trainer Sandro Schwarz wollte bei der Pressekonferenz vor der Partie am Samstag bei Borussia Dortmund seine Lockerheit zur Schau stellen. Der Coach scherzte ständig mit den Journalisten. Selbst sein Ex-Trainer Jürgen Klopp musste für einen Witz herhalten. "Mein Beileid", antworte Schwarz mit einem Augenzwinkern auf die Frage, was denn in seiner Glückwunsch-Nachricht nach dem Einzug von Klopp-Klub FC Liverpool ins Finale der Champions League stand.
Grund zur Trauer hat der FSV vor allem beim Blick auf seine Bilanz gegen den BVB. In den bisherigen elf Bundesliga-Duellen gab es keinen Sieg für die Mainzer. Sieben Niederlagen und vier Unentschieden stehen zu Buche. Dennoch glauben die Fans ganz offensichtlich an einen vorentscheidenden Dreier in Dortmund: 4600 Anhänger begleiten die Rheinhessen.
SC FREIBURG (15./32/29:53/33):
Achtung, Wolfsburg, Mainz und Hamburg, am besten weghören. "Abstiege sind sportlich gesehen ein Horror. Das ist furchtbar", sagt SC-Trainer Christian Streich: "Für die Psyche ist das der Wahnsinn." Zum Glück haben die Breisgauer einen Vorsprung auf die Abstiegsplätze - einen Vorsprung, den Streich vor allem den Fans verdankt. Denn der Sieg am vergangenen Wochenende gegen den 1. FC Köln, den "haben wir durch die brutale Unterstützung der Zuschauer erreicht. Diese Energie hat den Unterschied gemacht", sagte Streich.
VFL WOLFSBURG (16./32/31:43/30):
Das ging ja gut los: Gleich am ersten Tag des Rettercamps im thüringischen Teistungen passierte dem VfL Wolfsburg, oder besser gesagt dem Fahrer des Mannschaftsbusses der Wölfe, ein ungewöhnliches Malheur. Beim Wenden nach dem ersten Teamtraining nahm der Bus die Bordsteinkante des Parkplatzes mit. Der Stein wurde aus dem Boden gerissen, der Bus trug Beulen und Schrammen davon. "Wenn Wolfsburg so Fußball spielt, wie sie Bus fahren, steigen die ab...", sagte ein Bauarbeiter vor Ort der Bild-Zeitung.
HAMBURGER SV (17./32/27:49/28):
Das Fußballgeschäft ist schnelllebig: Noch vor wenigen Wochen stellten einige Chaoten Grabsteine auf und drohten den HSV-Profis mit makaberen Spruchbändern, doch auf der Zielgeraden des Abstiegskampfes sind die Fans ein wichtiger Mutmacher Hamburgs. "Die Mannschaft benötigt diesen Funken, der überspringt", sagte HSV-Trainer Christian Titz am Donnerstag mit Blick auf die Partie am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Eintracht Frankfurt: "Wir sind froh, dass wir wieder von so vielen Fans unterstützt werden." Rund 5000 Hamburger Fans werden die Rothosen in die Mainmetropole begleiten.
1. FC KÖLN (18./32/33:63/22):
Der Abstieg ist ja bekanntlich nicht mehr zu verhindern, aber dafür ist die FC-Familie um ein Mitglied reicher geworden. Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt präsentierte am Donnerstagmorgen seinen Instagram-Followern stolz seine neugeborene Tochter Luana. Womöglich trägt die Kleine aber schon bald einen grün-weißen Strampler: Ihr Papa soll vor einem Wechsel zu Werder Bremen stehen. Und damit erstklassig bleiben.