"Wir melden uns vom Abgrund": Neues aus dem Abstiegskampf

"Wir melden uns vom Abgrund": Neues aus dem Abstiegskampf

FSV MAINZ 05 (14. Tabellenplatz/32 Spiele/35:49 Tore/33 Punkte):
Im Abstiegskampf heißt es seit jeher "Farbe bekennen" - und das für die Spieler wie für die Fans. Aus diesem Grund wollen die Anhänger von Mainz 05 am Samstag bei Borussia Dortmund auch optisch einen besonders geschlossenen Auftritt hinlegen. Die aktive Fanszene hat alle 4.600 aus Mainz anreisenden Zuschauer dazu aufgerufen, in einem offiziellen Mainz-Trikot ins Stadion zu gehen. Der Verein unterstützt die Aktion, indem er gegen Vorlage eines Tickets die aktuellen Jerseys zu vergünstigten Preisen anbietet. Eine großzügige Geste? Vielleicht. Allerdings sind reduzierte Trikot-Preise am Ende einer Saison nun auch nicht gänzlich ungewöhnlich.

SC FREIBURG (15./32/29:53/33):
Eigentlich ist es ja so, dass die Spieler den Verein nur im Falle des Abstiegs verlassen - wenn überhaupt. Es sei denn, sie ragen mit ihren Leistungen so sehr heraus, dass auch internationale Top-Klubs aufmerksam werden. Bei Innenverteidiger Caglar Söyüncü soll das der Fall und ein Wechsel zum FC Arsenal schon bald in trockenen Tüchern sein. Die Hoffnung für den Sport-Club? Den angeblich perfekten Transfer plauderte ein gewisser Mehmet Özkan aus, und der Präsident von Söyüncüs ehemaligem Verein Altinordu Izmir dürfte nicht unbedingt der erste Ansprechpartner für Verhandlungen sein.

VFL WOLFSBURG (16./32/31:43/30):
Der womöglich größte Hoffnungsträger der Wölfe sitzt am Samstag fast 500 Kilometer entfernt. Denn wenn der VfL Wolfsburg bei RB Leipzig antritt, wird so mancher VfL-Fan dem Ex-Coach Dieter Hecking die Daumen drücken. Hecking, der die VfL-Stars bei 165 Spielen betreute und 2015 zum Pokalsieg führte, empfängt mit Borussia Mönchengladbach zeitgleich den ebenfalls abstiegsbedrohten SC Freiburg. Am letzten Spieltag könnte Hecking das Wolfsburger Schicksal dann endgültig mitbestimmen, wenn er mit der Borussia beim Hamburger SV antritt. Mit Heckings Hilfe zum Klassenerhalt - diese Zeile würde den Wolfsburgern gefallen.

HAMBURGER SV (17./32/27:49/28):
Erfrischend bodenständig gibt sich der HSV vor dem Saison-Endspurt. Während das unruhige Umfeld an der Elbe mal wieder hyperventiliert, ist im Klub spätestens mit der Amtsübernahme von Christian Titz neue Bescheidenheit eingekehrt. "Selbst wenn wir den Klassenerhalt schaffen, sind wir keine Helden", sagte Mittelfeld-Newcomer Matti Steinmann der Hamburger Morgenpost: "Ein Held bist du, wenn du die Champions League gewinnst - nicht, wenn du die Klasse hältst." Dem ist nichts hinzuzufügen.

1. FC KÖLN (18./32/33:63/22):
Der FC ist ja nun schon seit gut einer Woche rechnerisch nicht mehr zu retten. Dafür sorgte der Geißbock-Klub am Freitag einmal mehr für reichlich Herzschmerz bei Fußball-Romantikern quer durch die Republik: Torhüter Timo Horn verlängerte seinen Vertrag bis 2023. Bereits vor Wochenfrist hatte der gebürtige Kölner ein mündliches Treuebekenntnis auch für die 2. Liga abgegeben. Nationalspieler Jonas Hector, Marcel Risse und Marco Höger bleiben ebenfalls, was Noch-Trainer Stefan Ruthenbeck ein dickes Kompliment abtrotzte: "Die vier Jungs sind Granaten! Das ist eine Duftmarke." Hach! Jetzt muss es nur noch mit dem direkten Wiederaufstieg klappen.