Der meistgehasste Rookie der NBA-Geschichte

Markus Bosch
Lonzo Ball (2.v.r.) steht dank Großmaul-Vater LaVar bei vielen NBA-Stars auf der schwarzen Liste

Erst drei Spiele hat Lakers-Rookie Lonzo Ball absolviert. Doch die Schlagzeilen über ihn reichen schon für eine ganze Laufbahn.

Sportlich überzeugt der Point Guard auf ganzer Linie: In seiner zweiten NBA-Partie gegen die Phoenix Suns schrammte der 19-Jährige nur knapp am Triple Double vorbei. Er wäre der jüngste Spieler der NBA-Geschichte mit einem Triple Double gewesen. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US)

13,3 Punkte, knapp über neun Rebounds und über acht Assists sind durchaus beachtliche Zahlen für einen NBA-Rookie in seinen ersten drei Spielen. Bereits in der Summerleague machte Ball von sich Reden.

Warum also bekommt der NBA-Neuling derart viel Gegenwind?

Vater LaVar Ball wird zum Problem

Ein großer Teil ist Lonzos Vater LaVar Ball geschuldet, der seinem Sohn und der ganzen Familie mit großmäuligen Aussagen viel Druck aufbürdet und damit zumindest indirekt den Hass schürt.

Neuestes Beispiel ist die Fehde zwischen den Washington Wizards und Ball. "Washington kommt am Mittwoch? Sie sollten besser aufpassen, weil Lonzo (in dieser Woche) nicht noch einmal verlieren wird", tönte Ball senior in einer Videobotschaft.

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Die Wizards ließen die Aussagen von Ball natürlich nicht auf sich sitzen: Center Marcin Gortat konterte via Twitter: "John Wall (Point Guard der Wizards, Anm. d. Red.) wird ihn über 48 Minuten lang foltern."


Auch Wall selbst schickte eine Kampfansage an den Lakers-Rookie.

"Nein, keine Gnade. Für diese Matchups steht man auf. Wenn du gegen Steph Curry spielst, willst du ein gutes Spiel machen", erklärt einer der besten Point Guards der Liga seine Extra-Motivation gegen einen Rookie, dessen Karriere gerade einmal drei NBA-Spiele alt ist.

Was deutlich wird: Den gestandenen Stars geht das großspurige Gerede aus dem Ball-Lager (lies: von Vater LaVar) auf den Geist, Lonzo soll leiden, ihm deutlich die Grenzen aufgezeigt werden: "Sein Vater hat gesprochen und dafür gesorgt, dass ich mein Team zum Sieg führen möchte und alles geben möchte."

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Neues Ausmaß des Hasses

Aussagen, die unterstreichen wie sehr Ball - nach nur drei NBA-Spielen - bereits polarisiert. Während die Lakers-Fans auf eine neue Ära unter Ball hoffen, ist der Rookie in der restlichen NBA verhasst und das in einem zuvor nie dagewesenen Ausmaß. Auswärtsspiele werden zum regelmäßigen Spießrutenlauf für Ball.

Bereits zum Saisonauftakt gegen die Los Angeles Clippers traf er auf Patrick Beverly - und der bissige Edelverteidiger ging den Rookie extra-hart an, machte ihm das Leben schwer machte und tönte am Ende tönte, dass er Ball den A…. aufgerissen hätte.


Natürlich gab es auch früher schon Rookies, die schon bei ihrem Start in die Liga auf der Beliebtheitsskala weit unten standen.

Fälle wie Christian Laettner, der ohne NBA-Spiel direkt von der Duke University im legendären Dream Team 1992 Olympia-Gold gewann oder Kobe Bryant, der sich als High-School Absolvent direkt mit Michael Jordan verglich, sind aber ein anderes Niveau. Zwar wurden beide auch angefeindet, doch der Hass schlug nicht von Beginn an so hohe Wellen wie aktuell bei Ball.

"So bin ich aufgewachsen, das ist normal für mich", sagte Ball zur harschen Kritik an ihm. Seine Teamkollegen stehen dem 19-Jährigen bei. "Der Wettkämpfer in Lonzo hat es (Tweet von Gortat, Anm. d. Red.) nicht so gut aufgenommen, auch wir als seine Teamkollegen haben es nicht gut gefunden", sagte Teamkollege Brandon Ingram.

Das ist ein wenig Unterstützung, die Ball brauchen wird, um mit sportlichen Leistungen auf den Hass zu antworten. Dann werden die Schlagzeilen weitergehen, aber der Hass wird kleiner werden.