Meinke vs. Tissen: Eine Chance für das deutsche Frauen-Boxen

Franziska Wendler

Das deutsche Frauen-Boxen befindet sich im Umbruch, neue Stars werden gesucht.

Ein echter Superstar war zu ihrer aktiven Zeit Regina Halmich, die heutige SPORT1-Expertin.

"Wir haben international den Anschluss verloren", konstatiert sie. Umso größer ist die Bedeutung des WM-Kampfes im Federgewicht am Freitagabend.

Als "Chance" und "richtigen Weg" bezeichnet Halmich das anstehende deutsch-deutsche Duell. Am Freitag treffen in Potsdam Nina Meinke und Elina Tissen aufeinander (der große Kampfabend ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im STREAM).

Beim Fight der beiden Boxerinnen geht es um die Weltmeistertitel der WIBF und der GBU im Federgewicht - und um die Frage, wer Deutschlands beste Boxerin ist.

SPORT1 zeigt dieses Jahr 20 Kampfabende live im Free-TV, unter anderem mit Arthur Abraham und Vincent Feigenbutz

Tissen seit zehn Jahren unbesiegt

"Elin the Machine" verteidigte zuletzt im November 2017 ihre beiden Titel. Seit fast zehn Jahren hat Tissen keinen Kampf mehr verloren. Ganz anders dagegen die Situation ihrer Konkurrentin. Meinke gilt als große Box-Hoffnung, ihre Erfahrung im Profibereich hält sich noch in Grenzen.


Für Meinke selbst ist das kein Problem. "Ich habe in Amateurkämpfen viel Ringerfahrung gesammelt. Ich bin besser denn je auf meine Gegnerin eingestellt", so die 25-Jährige im SPORT1-Interview.

Auch Halmich traut der Newcomerin den ganz großen Wurf zu: "Nina hat in ihren letzten Kämpfen viel Erfahrung gesammelt, sie hat viel gelernt, sich durchgebissen und gekämpft. Sie wurde in den vergangenen Kämpfen mehr gefordert."

Meinke für Halmich Favoritin

Für Halmich hat Meinke in den zurückliegenden beiden Jahren die größere Entwicklung durchlaufen. Die umfangreichere Kampferfahrung von Tissen spielt für die ehemalige Weltmeisterin eine eher untergeordnete Rolle.


Noch dazu hat Meinke mit Sven Ottke als Patenonkel eine absolute Koryphäe an ihrer Seite. Bis vor kurzem agierte Ottke sogar als Trainer, doch "es wurde zu emotional, wir konnten nicht mehr objektiv entscheiden", gibt Meinke zu. Mittlerweile hat die 25-Jährige einen anderen Coach.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Boxerinnen ist Nina Meinke Rechtsauslegerin. Auch davon verspricht sich die Herausforderin einen Vorteil. "Rechtsausleger sind für manche etwas unorthodox zu boxen", so Meinke.

Tissen voller Selbstbewusstsein

Tissen scheint auf die Herausforderung aber gut eingestellt zu sein. Die Weltmeisterin baut auf ihre eigenen Stärken. "Ich kann verschiedene Stile boxen. Meine Gegnerin kann dadurch nie erkennen, was ich taktisch vorhabe", gibt sich Tissen selbstbewusst.

Am Freitagabend wird sich zeigen, ob Tissen zu Recht so selbstsicher ist, oder ob sich die Prognose von Regina Halmich bewahrheitet und Meinke die zehnjährige Siegesserie ihrer Kontrahentin beendet.

Ein wertvoller Kampf für das deutsche Frauen-Boxen wird es auf jeden Fall.