Mehrwertsteuer auf Strom bringt dem Staat Milliarden

Schnittblumen fallen unter den ermäßigten Steuersatz

Zum 50. Geburtstag der Mehrwertsteuer hat das Vergleichsportal Verivox die hohe Abgabe auf Strom kritisiert. Schnittblumen, antike Vasen und ausgestopfte Tiere fielen unter den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent, sagte Verivox-Energieexperte Mathias Köster-Niechziol am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Strom hingegen werde mit dem Regelsatz von 19 Prozent besteuert. Der Staat nehme so Milliarden Euro ein.

Seit 2007 wird auf Strom eine Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent fällig. Für 1,4 Billionen Kilowattstunden, die private Haushalte in Deutschland seitdem bis Ende 2016 verbrauchten, wurden fast 54 Milliarden Euro Mehrwertsteuer gezahlt, wie Köster-Niechziol vorrechnete. Würde Strom wie Nahrungsmittel oder andere lebensnotwendige Güter unter den reduzierten Satz von sieben Prozent fallen, betrüge die Summe nur knapp 20 Milliarden Euro. "Die Stromkunden hätten unterm Strich zusammen 34 Milliarden Euro mehr in der Tasche."

Steige der Strompreis, verdiene der Staat über die Umsatzsteuer kräftig mit, sagte Köster-Niechziol weiter. "Ganz gleich, um wie viel sich die Ökostrom-Umlage, Netzkosten oder andere Umlagen und Abgaben auf Strom erhöhen, der Staat schlägt noch einmal 19 Prozent auf."

Verivox legte für die Berechnung Angaben zum Stromverbrauch der privaten Haushalte von 2007 bis 2015 der AG Energiebilanzen zugrunde. Der Stromverbrauch für das Jahr 2016 wurde auf Basis der Vorjahre geschätzt.