Mehrheit der Bahn-Mitarbeiter will statt mehr Geld mehr Urlaub

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Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter der Deutschen Bahn haben sich statt für eine Lohnerhöhung für sechs Tage mehr Urlaub entschieden. Den im Rahmen eines Tarifvertrags ausgehandelten Zusatzurlaub ab 2018 wählten 56 Prozent der Befragten, wie die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am Sonntag mitteilten. Dagegen bekommen 41,4 Prozent der Mitarbeiter 2,6 Prozent mehr Lohn.

Der neue Tarifvertrag sieht vor, dass die Beschäftigten ab 2018 zwischen sechs Tagen mehr Urlaub, 2,6 Prozent mehr Lohn oder einer um eine Stunde abgesenkten Wochenarbeitszeit wählen können. Wenig Zuspruch fand die Möglichkeit der Reduzierung der Arbeitszeit auf eine 38-Stunden-Woche: Dafür entschieden sich nur 2,6 Prozent der Mitarbeiter. Laut Bahn waren 130.000 Beschäftigte zur Abstimmung aufgerufen.

Unternehmen und Gewerkschaft zeigten sich zufrieden mit dem Wahlmodell. "Wir haben mit dem neuen Wahlrecht ins Schwarze getroffen", erklärte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. Es entspreche den Bedürfnissen der Arbeitnehmer nach Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen.

Die stellvertretende EVG-Vorsitzende, Regina Rusch-Ziemba, nannte es ein "starkes Signal", dass sich mehr als jeder Zweite für sechs Tage zusätzlichen Urlaub und nicht für eine weitere Lohnerhöhung entschieden habe. Das unterstreiche, dass das innovative Wahlmodell der richtige Weg sei.