Mehrere zehntausend Menschen bei diesjährigen Ostermärschen

Die Organisatoren der Ostermärsche haben eine positive Bilanz der diesjährigen Protestaktionen gezogen. Es habe sich der Trend fortgesetzt, dass sich wieder mehr Menschen an den Ostermärschen beteiligen, teilte das Netzwerk Friedenskooperative mit. 

Die Organisatoren der Ostermärsche haben eine positive Bilanz der diesjährigen Protestaktionen gezogen. Es habe sich der Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt, dass sich wieder mehr Menschen an den Ostermärschen beteiligen, teilte das Netzwerk Friedenskooperative am Ostermontag mit.

Über das Osterwochenende hätten sich bundesweit mehrere zehntausend Menschen an den rund hundert Aktionen beteiligt, sagte ein Sprecher der Organisation auf Anfrage. Damit gebe es seit 2013 anhaltend einen kontinuierlichen leichten Zuwachs der Teilnehmerzahlen.

Wichtige Themen der bundesweiten Proteste waren die Forderungen nach Abrüstung, einer atomwaffenfreien Welt oder dem Stopp der Rüstungsexporte. Das Netzwerk Friedenskooperative begründete die nach Angaben der Organisation steigenden Teilnehmerzahlen mit der "erschreckenden Weltlage". Viele Menschen sähen den Frieden bedroht und wollten dies nicht mehr hinnehmen.

Sprecher Philipp Ingenleuf erklärte, "immer mehr Menschen setzen sich für Frieden ein, weil ihnen bewusst wird, dass die Welt auf eine Katastrophe zusteuert. Die zunehmende Aufrüstung, Rechtspopulismus, totalitäre Regime, Menschenrechtsverletzungen und Kriege, all dies sind weltweit zunehmende Tendenzen, die Frieden und Gerechtigkeit bedrohen, auch in Deutschland."

In Bremen kamen laut dem Netzwerk Friedenskooperative etwa tausend Menschen zum Ostermarsch und damit im Vergleich zum Vorjahr fast doppelt so viele. Auch in Bielefeld seien tausend Teilnehmer gekommen, so Sprecher Kristian Golla. In Hannover waren es 500. "Bei ganz vielen Veranstaltungen ist es wahrnehmbar mehr gewesen als im vergangenen Jahr", sagte Golla. Vereinzelt habe es auch niedrigere Teilnehmerzahlen gegeben, etwa bei der als Fahrradtour gestalteten Veranstaltung in Münster.

Die Friedensbewegung geht seit den 60er-Jahren an Ostern auf die Straße. Am Karfreitag 1958 versammelten sich zum ersten Mal rund 10.000 Menschen in London, um für atomare Abrüstung zu demonstrieren. Rund die Hälfte von ihnen brach damals zum 80 Kilometer entfernten Atomforschungszentrum Aldermaston auf; 700 Friedensbewegte hielten bis zum Ziel durch. In Deutschland wurden Ostermärsche erstmals 1960 organisiert.