Mehrere Verletzte in Gedränge bei Vereidigung von Präsident Ruto in Kenia

Bei der Vereidigung des neuen kenianischen Präsidenten William Ruto sind mehrere Menschen in einem Gedränge verletzt worden. Hunderte Menschen versuchten am Dienstag, über Absperrungen ins Stadion in Nairobi zu gelangen, wo Ruto seinen Amtseid ablegen sollte. An einem Zugangstor fielen dutzende Menschen übereinander. Ruto wurde später in dem Stadion feierlich vereidigt.

Polizeisprecher Bruno Shioso sagte, schon am frühen Morgen gegen fünf Uhr sei das 60.000 Plätze fassende Stadion komplett gefüllt gewesen. "In der Vorfreude darauf, Teil der Geschichte zu werden, sind Kenianer in großer Zahl zum Veranstaltungsort geströmt." Shioso forderte die Menschen auf, die Vereidigung von zu Hause aus am Fernseher zu verfolgen.

Ruto legte dann als fünfter Präsident seit der Unabhängigkeit des Landes seinen Amtseid ab. Viele der Zuschauer waren in das helle Gelb von Rutos Partei gehüllt. Sie jubelten und schwenkten kenianische Fahnen. Der 55-jährige Ruto sagte in seiner Antrittsrede: "Heute möchte ich Gott dafür danken, dass ein Dorfjunge der Präsident von Kenia geworden ist."

Der Oberste Gerichtshof hatte den bisherigen Vizepräsidenten Ruto Anfang des Monats als Sieger der Präsidentschaftswahl vom 9. August bestätigt. Der unterlegene Oppositionsführer Raila Odinga hatte das Ergebnis zunächst angefochten, die Gerichtsentscheidung dann aber akzeptiert. Das Ergebnis der Wahl war extrem knapp ausgefallen, Ruto hatte nur rund 230.000 Stimmen Vorsprung. Seit 2002 war jede Wahl in Kenia umstritten.

ao/cp