Mindestens 14 Tote bei Doppelanschlag und Angriff auf Hotel in Mogadischu

Zwei Wochen nach einem verheerenden Bombenanschlag sind bei einem erneuten Doppelanschlag und Angriff auf ein Hotel in Mogadischu mindestens 14 Menschen getötet worden. Zwei Angreifer wurden getötet, drei weitere festgenommen

Zwei Wochen nach einem verheerenden Bombenanschlag in Mogadischu sind am Samstag bei einem Doppelanschlag und anschließendem Angriff mindestens 14 Menschen getötet worden. Die koordinierte Attacke galt einem bei Regierungsvertretern beliebten Hotel im Norden der somalischen Hauptstadt. Zu der Tat bekannte sich die radikalislamische Shebab-Miliz. Mindestens zwei Angreifer sollen sich am Abend noch in dem Hotel verschanzt haben.

Nach Angaben eines Polizisten explodierten innerhalb kurzer Zeit ein Wagen vor dem Hotel "Nasa Hablod 2" und ein Kleinbus an einer nahe gelegenen Kreuzung. Kurz darauf sollen Bewaffnete das Hotel gestürmt haben. Bis zum späten Abend waren immer wieder Schüsse zu hören. Die Sicherheitskräfte vermuteten laut einem ihrer Vertreter, dass noch mindestens zwei Angreifer in dem Gebäude waren.

Unter den Toten waren ein ranghoher Polizeivertreter sowie ein ehemaliger Abgeordneter. Die meisten anderen Opfer seien Zivilisten, sagte der Sicherheitsvertreter Mohamed Moalim Adan. Hotel und Umgebung sind seit dem Angriff abgeriegelt, der Einsatz dauerte an.

Die Shebab-Miliz reklamierte die Tat für sich. Ihre Kämpfer seien in das Hotel eingedrungen, in dem sich "abtrünnige Regierungsvertreter" aufhielten, erklärte sie in ihrem Propaganda-Radio Andalus.

"Nasa Hablod 2" ist ein Ableger des Hotels "Nasa Hablod", das bereits im Juni 2016 Ziel eines Angriffs von Shebab-Kämpfern war. Dabei wurden elf Menschen, darunter ein Regierungsvertreter, getötet. Die Attacke verlief ähnlich wie am Samstag: Zunächst sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem mit Sprengstoff geladenen Fahrzeug vor dem Hotel in die Luft, dann stürmten Bewaffnete das Hotel. Erst nach sieben Stunden beendeten Sondereinsatzkräfte den Angriff und erschossen drei der Angreifer.

Vor genau zwei Wochen waren bei einem Anschlag mit einem mit Sprengstoff präparierten Lastwagen vor einem Hotel in Mogadischu mindestens 358 Menschen getötet und knapp 300 weitere verletzt worden. Zu dem folgenschwersten Anschlag in der Geschichte des ostafrikanischen Landes bekannte sich bisher niemand. Die somalischen Behörden gehen jedoch davon aus, dass er ebenfalls von der Shebab verübt wurde.

Die mit Al-Kaida verbündete Miliz kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats und hat sich den Sturz der von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Regierung zum Ziel gesetzt.

Zwar hatten Truppen der Afrikanischen Union (AU) und der somalischen Armee die Shebab 2011 aus Mogadischu vertrieben. Die bewaffneten Rebellen sind aber weiterhin im Land aktiv. Neben Angriffen auf somalische oder ausländische Militärstützpunkte verüben sie immer wieder auch Anschläge in Mogadischu. Rund 22.000 Soldaten der AU befinden sich zurzeit in Somalia, um die Zentralregierung militärisch zu unterstützen.

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