"Mehrere Nervenzusammenbrüche": Sila Sahin spricht offen über ihre Nöte als Mutter

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"Ich habe es mir einfacher vorgestellt. Klar, vermisse ich mein altes Leben." In einer von Netflix initiierten Talkrunde unter Müttern gab Ex-GZSZ-Star Sila Sahin unverblümt Auskunft über die Schattenseiten des Mamadaseins. Eine Schauspielkollegin machte der Casting-Branche schwere Vorwürfe.

Sila Sahin gab im Netflix-Talk zur Serie
Sila Sahin gab im Netflix-Talk zur Serie

Eine top situierte Ehefrau und Mutter wird durch das Auftauchen ihres verwegenen Ex-Freundes aus der Bahn geworfen. Mit einem Mal fragt sie sich: Hat sie in ihrem bürgerlichen Leben mit Mann und Kind ihre abenteuerlustige Seite verleugnet?

So könnte man grob die Idee der neuen Netflix-Serie "Sex/Life" umschreiben - biederes Familienglück versus ausschweifende Freiheit, es sind offenbar zwei schwer zu vereinende Pole. Ein Meisterwerk der Serienkunst ist das neue Netflix-Produkt nach Meinung der meisten Berufskritiker eher nicht. Aber die Geschichte scheint in ihrem Kernkonflikt doch viele Frauen aus der Seele zu sprechen.

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Davon ist zumindest der Streaminggigant selbst überzeugt. Darum gibt es flankierend zu den neuen US-Serienfolgen ein mehrteiliges deutschsprachiges Gesprächsformat, in dem die Nöte der fiktiven Hauptfigur Billie (Sarah Shahi) nachvollzogen werden.

 

Sila Sahin über Mutter-Rolle: "Klar vermisse ich mein altes Leben"

In Folge vier hatte Moderatorin Natascha Ochsenknecht drei neue Gesprächspartnerinnen auf die Couch geladen, um mit ihnen über die "Mom-Life-Balance" zu sprechen. Die Leitfrage: "Windeln statt wilde Nächte: Ist das Leben als Mutter vorbei?" Neben Schauspielerin Lilli Hollunder und der österreichischen Modedesignerin Marina Hoermanseder nahm Sila Sahin in der Runde Platz, um ohne falsche Scheu und Tabus auszusprechen, welche Kehrseiten das Leben als Mama so mit sich bringt.

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"Ich habe mir das einfacher vorgestellt", gab die ehemalige GZSZ-Darstellerin unumwunden zu. "Klar vermisse ich mein altes Leben. Es war sehr frei und wild." Ihr jetziges Leben sei "aber irgendwie auch ganz schön", relativierte sie zur Belustigung der Runde. Weil die Formulierung ungewollt negativ klang, präzisierte die Schauspielerin: "Ich liebe meine Kinder über alles. Aber manchmal fehlt mir auch dieses Stück Freiheit, was man früher mehr hatte." Manchmal denke sie, sie habe zehn Kinder zu Hause statt zwei. "Es ist immer was los, es passiert ständig was."

Wenn die Arbeit wie der Urlaub wirkt

Sila Sahin ist seit 2016 mit dem Fußballtorhüter Samuel Sahin-Radlinger verheiratet. Die beiden Söhne des Paares kamen in ungewöhnlich kurzem Abstand 2018 und 2019 zur Welt. "Es war immer mein Wunsch, Mama zu werden", erklärte Sahin. "Mit zwei kleinen, wilden Kerlen" gerate sie jedoch oft an ihre Grenzen - und darüber hinaus.

"Es war nicht nur ein Nervenzusammenbruch, es waren mehrere Nervenzusammenbrüche", gab die Kochbuchautorin lachend zu Protokoll. Zum Glück könne sie in solchen Momenten auf ihre Mutter und ihren Mann zählen. "Aber manchmal ist es echt viel. Es kommt auch mal vor, dass ich mich im Klo verstecke, kurz mal schreie und dann wieder rauskomme." Sahin warb dafür, sich als Mutter Auszeiten zu nehmen, etwa dann, wenn die Kinder schlafen oder bei den Großeltern sind. Es sei als Mama wichtig, "dass man auch mal was für sich tut, um Energie zu tanken".

Eine andere Methode, sich vor Überlastung zu schützen: arbeiten. Zu ihr rät zumindest Designern Marina Hoermanseder, die sogar zugab, noch im Kreißsaal Arbeits-Mails gecheckt zu haben. "Ich habe keinen Nervenzusammenbruch, weil ich nicht 24 Stunden zu Hause bin", erläuterte sie ihren Sitznachbarinnen. "Für mich ist die Arbeit wie der Urlaub. Da weiß ich: Ich mache meine Sachen."

Nach getaner Arbeit nach Hause zu kommen, sei "wie in einer Fernbeziehung - man freut sich aufeinander". Ein Gedanke, dem Moderatorin Ochsenknecht viel abgewinnen konnte: "Mütter, die arbeiten gehen und ihre Kinder gut aufgehoben wissen, können trotzdem gute Mütter sein. Ich habe das Gefühl, man muss sich rechtfertigen, das sollte aufhören."

Sila Sahin: "Ich finde mich mittlerweile echt spießig"

Auch aufs Thema Fehlgeburt kam die Sprache - Sila Sahin fand auch hier offene Worte: "Es war für mich ganz schlimm, weil ich mir selbst die Schuld gegeben habe. Ich hatte das Gefühl, es liegt an mir, irgendwas stimmt bei mir nicht. Deshalb war ich umso dankbarer, dass es beim zweiten Mal geklappt hat."

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Inzwischen hat die 35-Jährige weniger existenzielle Sorgen: "Ich finde mich mittlerweile echt spießig", bekannte sie freimütig. Früher sei sie chaotisch gewesen, heute achte sie auf gesundes Essen und darauf, dass alles im Haushalt ordentlich ist. "Meine Freunde nennen mich mittlerweile Maschine, weil sie's mir nie zugetraut haben, dass ich es mit zwei kleinen Kindern so wuppen kann." Auch im sozialen Umfeld hat sich offenbar einiges getan: "Mein Freundeskreis hat sich komplett verändert, man lässt nicht mehr so viele an sich ran."

Casting-Agentin: "Frauen, die Kinder kriegen, haben den Wow-Faktor verloren"

Über negativen Erfahrungen in der Arbeitswelt klagte Lilli Hollunder. Die Schauspielerin ("Verbotene Liebe", "Anna und die Liebe") berichtete von einer Casting-Agentin, die sich ungeniert über ihren körperlichen Zustand nach der Geburt ihres Kindes erkundigt habe. Ob sie "noch richtig heiß sei", wollte die Dame wissen. Begründung: "Frauen, die Kinder kriegen, haben den Wow-Faktor verloren." - "Zitat - und das von einer Frau!", echauffierte sich Hollunder.

Zudem habe ihre alte Schauspielagentin ihr davon abgeraten, sich mit Babybauch auf dem roten Teppich ablichten zu lassen. Die Begründung hier: "Die Caster und die Produzenten haben die nächsten fünf Jahre im Kopf, dass du schwanger bist, und buchen dich nicht mehr." Auf den Rat gehört hat die 35-Jährige, die mit Ex-Fußballnationaltorwart René Adler verheiratet ist, nach eigenen Angaben nicht. Und inzwischen hat sie auch eine neue Agentin.

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